Der Abzocker über seine „Kunden“

Wie spricht ein Abofallen-Abzocker — übrigens ein Spezies des Kriminellen, die es nur in der BRD gibt und die in der BRD p’litischen Schutz genießt — eigentlich über seine „Kunden“?

So ein Abzocker wie ein Verantwortlicher für die Betrugssites online (strich) downloaden (punkt) de und 99downloads (punkt) de spricht zum Beispiel so über seine „Kunden“:

Wir wollen die Dummen und die Angstzahler

Glaube niemand, dass andere Vertreter der Nutzlosbranche anders über ihre Opfer „Kunden“ sprechen oder denken!

Und deshalb ist jede Kommunikation mit diesem Geschmeiß sinnlos, einfach nur eine Vergeudung beschränkter Lebenszeit und — im Falle von eingeschriebenen Briefen — beschränkter finanzieller Mittel. Diese Leute wissen genau, dass sie kein Recht auf ihrer Seite haben, sondern ihre Opfer „Kunden“ nur durch Verbreitung möglichst großer Angst zu gefügigen Zahlern machen können. Leider gelingt ihnen das auch.

Der Betrug lohnt sich

Zitat aus der springerschen Welt Online:

Mit Abofallen sollen Internet-Betrüger fast 70.000 Nutzer geprellt und mehr als fünf Millionen Euro ergaunert haben.

Betrug im Internet, eine lohnende Sache. Die Bande von David. S. (29) kassierte damit innerhalb weniger Monate über fünf Millionen Euro. Die sieben Betrüger zockten mit Abo-Fallen über 68 000 Internet-Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ab.

Die Opfer zahlten unter anderem Gebühren für den Download von Gratis-Virenschutzprogrammen oder für die an sich kostenlose Software Adobe Flash Player. Der Zusatz, dass der Download etwas koste, war für die Nutzer nicht erkennbar.

So erfreulich es wäre, wenn derartige Halunken — die Masche ist die gleiche wie bei der Content4U GmbH oder der iContent GmbH — wenigstens für ein paar Monate an einen Ort verfrachtet werden würden, an dem sie mit ihrer Kombination aus krimineller Energie und eiskalter Arschlochhaftigkeit keinen Schaden anrichten können… es gibt da etwas, was die springersche Welt verschweigt: Dass derartige Leute teilweise über Jahre hinweg ihre betrügerischen Websites betreiben können und arglose Internetnutzer mit ihren Drohbriefen terrorisieren können, ist in der BRD ein p’litisch gewünschter Zustand. Deshalb können solche Widerlinge fröhlich Millionen für ihren gehobenen Lebensstil verprassen, und das wird vermutlich auch in Zukunft so bleiben.

Ob die Angeklagten wirklich verurteilt werden, gehört dabei noch zu den Dingen, an denen ich meine Zweifel habe. In anderen Ländern als der BRD sieht der Umgang mit einem derartig asozialen Pack sehr anders aus.

Daran kann man gar nicht oft genug denken, wenn man hört, wie Mitglieder der classe politique übers Internet reden.

Der klärt auf? Kaputtklagen!

Was passiert in der BRD, wenn juristisch gegen irgendwelche Kitschen vorgegangen werden soll, die vorsätzlich erpresserische Mahnschreiben zur Durchsetzung völlig unbegründeter Forderungen zehntausendfach als Serienbrief raushauen? Das kann man hier leider nachlesen.

Wozu da das Recht in der BRD noch taugt, wenn es die Menschen nicht vor gewerbsmäßigem Betrug schützen kann und keine Mittel gegen die Betrüger und ihre Schergen findet? Das kann man etwa auf Inside mega-downloads.net 3.0 nachlesen:

Nun schiessen die Abzocker aber nun wirklich aus allen Rohren: binnen nur einem Monat reichen sie gleich vier (!) Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen mich ein und schieben gleich noch einen Ordnungsmittelantrag hinterher. Hauptsache, Kosten produzieren – denn vor dem Landgericht herrscht schließlich Anwaltszwang. Ich nenne sowas Law Hunting in Reinkultur und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als dass das, was hier gerade passiert, Rechtsmissbrauch in Vollendung darstellt. Die Abofallen-Mafia zeigt ihr wahres Gesicht – nichts anderes habe ich bereits zu Beginn meines Blogs kommunziert.

Das Recht in der BRD taugt dazu, dass irgendwelche Verbrecher mit den zusammengerafften Millionen die wenigen andere Leute, die den Mut haben, im Internet über die Machenschaften der Verbrecher aufzuklären, in den finanziellen Ruin klagen können.

Wo das Recht nur noch die Verbrecher schützt, hat es längst jeden Sinn verloren.

Die Verhandlung vor dem Landgericht Bielefeld ist übrigens am Montag, den 10. Oktober 2011 um 11.30 Uhr; Adresse: Niederwall 71, 33602 Bielefeld; Sitzungssaal 16. Wer in Bielefeld oder Umgebung ist, hat vielleicht an dieser Verhandlung Interesse oder möchte durch seine Anwesenheit ein Zeichen der Solidarität setzen.

Die gute Nachricht des Tages

Immer noch ist Content4U eines der Hauptthemen in diesem Blog, und manchmal kommt es wir fast schon so vor, als schriebe ich hier nur noch über Abzocker am Rande des Betruges.

Für die vielen Betroffenen der Content4U-Betrügerei und vergleichsbarer Betrugsmaschen, die sich zurzeit unter den vielen Mahnungen, Letzten Mahnungen und Inkassobriefen der Marke „Zahlen sie sofortigst und grundlos über hundert Euro, oder wir machen ihr Leben kaputt und versauen ihnen die Schufa“ ängstigen, gibt es jedoch ausnahmsweise einmal eine gute Nachricht, die zurzeit bei Heise Online nachgelesen werden kann:

Beamte des Hamburger Landeskriminalamts haben zwei Männer festgenommen, die im Internet mehr als 65.000 Menschen um zusammen fast 5 Millionen Euro betrogen haben sollen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden nach Durchsuchungen im gesamten Bundesgebiet die zwei mutmaßlichen Drahtzieher der Website „online-downloaden.de“ in Gewahrsam genommen und 1,5 Millionen Euro sichergestellt. Die beiden Hauptverdächtigen David S. aus Lüneburg und Sascha Sch. aus Hamburg wurden dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehle erließ. […]

Den Männern wird vorgeworfen, seit Ende 2008 Rechnungen über 60 bis 80 Euro sowie Inkassoforderungen für angeblich für Websites geschlossene Abonnements verschickt zu haben. […]

Auf der Website „online-downloaden.de“ sollen die Betreiber kostenlose Computerprogramme zum Download angeboten und Nutzer zum Abschluss eines kostenpflichtigen Abos verleitet haben. Geschädigte gaben an, dass auf den Seiten kein Hinweis auf die entstehenden Kosten vorhanden war oder dieser bewusst verschleiert worden sei. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte in einer anderen Sache im Januar festgestellt, das Angebote mit versteckten Preishinweisen als gewerbsmäßiger Betrug einzustufen seien (Az.: 1 Ws 29/09).

Das weckt die Hoffnung, dass die Adamca-Brüder (die hinter Content4U und diversen anderen Betrügereien stehen) vielleicht doch noch einmal einen Knast von innen sehen könnten, nachdem sie sich jahrelang mit genau dieser Masche ihren verfeinerten Lebensstil finanziert haben. Auf der Grundlage dieser Entwicklung kann ich jedem Betroffenen nur empfehlen, eine Strafanzeige wegen gewerbsmäßigen Betruges durch die Content4U GmbH zu erstatten.

Und für die Zukunft sollten sich bitte alle merken: Wenn für den Download einer freien, GNU-lizenzierten Software eine Mailadresse oder gar eine Postanschrift angegeben werden soll, denn stinkt diese Sache zum Himmel. Wer den Verbrechern ein bisschen „Spaß“ bereiten will, gibt Phantasieanschriften oder gleich die Anschrift der nächsten Dienststelle der Kriminalpolizei zusammen mit einer Wegwerf-Mailadresse an — und verzichtet auf den Download, denn bei Typen, die so vorgehen, ist auch die Software nicht mehr vertrauenswürdig. Jedes zum Download verfügbare Programm — sowohl Freie Software als auch kostenlos nutzbare und kostenpflichte Software — findet sich zum Beispiel im Software-Verzeichnis auf Heise Online. Die kriminellen Idioten, die ihre fragwürdigen Angebote durch Spam, bewusst irreführende Werbung und Suchmaschinenmanipulation bekannt machen müssen, braucht kein Mensch.

Niemals bezahlen! Die Content4U-Mahnung…

So sieht eine Mahnung der Content4U GmbH aus, einer Unternehmung, die sich in der BRD-typischen rechtlichen Grauzone bewegt und in erster Linie von der Überrumpelung von Website-Besuchern und der Irreführung über den wahren Charakter des „Geschäftes“ lebt (zum Vergrößern klicken):

Letzte Mahnung der Content4U GmbH

Diese Briefe sind bewusst einschüchternd formuliert, um darüber hinwegzutäuschen, dass die Content4U GmbH es niemals auf ein Verfahren ankommen lassen wird, um ihre dreisten Abzockversuche durchzusetzen. Stattdessen wird diffus mit einem Schufa-Eintrag gedroht.

Das Geschäftsmodell sieht so aus:

Die Webseite bietet sog. Freeware zum Download an (wie z. B. OpenOffice und den Adobe Reader), bei der der User zunächst einmal davon ausgeht, dass er für diese Programme nichts bezahlen muss, da allgemein bekannt ist, dass es sich um kostenlos erhältliche Software handelt.

Auf der Startseite von download-service.de oben rechts befindet sich zwar ein relativ deutlicher Hinweis, dass der Zugang zu Download-Service 8 € im Monat kostet, aber die bisherigen Erfahrungen mit anderen Abofallen haben gezeigt, dass die allermeisten User die Startseite nicht zu Gesicht bekamen, sondern direkt auf die Anmeldeseite gelockt wurden. […]

Mit einer Kostenpflichtigkeit muss unserer Ansicht nach wegen der irreführenden Aufmachung der Anmeldeseite nicht gerechnet werden. Der Anbieter hat es — wie schon mehrfach in der Vergangenheit (siehe z. B. Go Web Ltd., Gehaltsvergleich, Premium Content) — wieder einmal vermieden, sein Angebot transparent zu gestalten, so dass hier eine Irreführungsabsicht angenommen werden muss. Wer aber absichtlich in die Irre führt, macht sich strafbar.

Quelle des Ztates: verbraucherabzocke.info — und dort gibt es viele weitere Hinweise für Betroffene und Interessierte.

Bezahlen sollte man bei diesen Halunken niemals. Die Forderungen sind unbegründet. Die Briefe mit den unbegründeten Forderungen — wenn es sich nicht gerade um gerichtliche Mahnbescheide handelt, denen man immer fristgerecht widersprechen muss, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht — können dem Papierkorb anvertraut werden. Natürlich kann man auch weitere Schritte unternehmen, wenn man den Nerv dazu hat.

Wer mehr Informationen darüber haben will, wie diese ziemlich widerwärtigen Zeitgenossen mit Irreführung, Einschüchterung und erpresserisch anmutenden Briefen kostenlose und oft freie Software in klingende Münze umwandeln wollen, wird schon durch die einfachste Google-Suche fündig.

Typischerweise kommen nach der „Letzten Mahnung“ weitere, ebenfalls bedrohlich formulierte Briefe; zu den angedrohten Schritten kommt es jedoch nicht. Nichts wäre diesen Geschäftemachern so wenig erwünscht wie eine gerichtliche Prüfung, ob die eingeforderten Entgelte auch wirklich berechtigt sind — denn dann könnten sich diese Leute ihren verfeinerten Lebensstil auf Kosten argloser und von Terrorbriefen eingeschüchterter Internetnutzer nicht mehr leisten und würde bei der Fortsetzung ihres Geschäftsmodelles zu dem, was sie von ihrem Charakter her längst sind: Zu Betrügern.

Ein Dank für den Scan an F.

Nachtrag: Wer von diesem Vorgang allein noch nicht das richtige kalte Kotzen kriegt, sollte sich unbedingt anschauen, wie die Premium-Content GmbH (mit dem gleichen „Geschäftsmodell“) jetzt für tolle Reklame sorgt. Aber Spucktüte bereithalten, es ist ekelhaft!

Nachtrag Zwei: Wer den Infos aus „irgendwelchen Blogs“ nicht traut, bitte bei der Verbraucherzentale Schleswig-Holstein reinschauen. Es ist eben reine Abzocke ganz hart am Rande der Kriminalität.