„Deutsche Wirtschafts Nachrichten“…

Das ist dieses internetbasierte Zeitungssurrogat für Leute, die von der Bildzeitung intellektuell überfordert werden — und dessen Macher zurzeit Abmahnungen versenden. Zum Beispiel wegen dieses Videos:

Nur, falls noch jemand glaubt, es handele sich bei den „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ nicht um ein Geschäftsmodell, sondern um eine „alternative Nachrichtenquelle“, die für solche Dinge wie „Meinungsfreiheit“ stünde…

Neues aus Abmahnistan

Direktlink zum Video

BGH-Urteil I ZR 169/12 vom 8. Januar 2014

Neues aus Abmahnistan:

Das für seine AbmahnfreundlichKeit derzeit in der Kritik stehende Landgericht Köln hatte 2010 der Musikindustrie Recht gegeben. Wenn der Beklagte dem jungen Mann den Zugang zum Netz zur Verfügung stelle, dann sei es ihm auch zumutbar, den Filius zur urheberrechtlichen Tugend anzuhalten, ihm sogar ausdrücklich den Gebrauch von rechtswidrigem Filegeschare zu untersagen. Die unterlassene Moralpredigt sei eine Pflichtverletzung, für die es Lehrgeld zu zahlen gelte.

Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil heute auf und wies die Klage als unbegründet ab.

Hier noch einmal das vollständige Urteil mit Begründung zum Nachlesen.

Nur als kleiner Hinweis für die vielen Menschen in der BRD, denen ein teurer Brief von halbseidenen Anwaltskanzleien ins Haus flattert — die müssen schon nachweisen können, wer da urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich gemacht hat. Und eine „verdachtslose Sorgfalts- und Überwachungspflicht“ gegenüber volljährigen Familienmitgliedern hat nach diesem Urteil des BGH kein Anschlussinhaber. Das gräbt einem Großteil einer in der BRD bislang florierenden juristischen Serienbrief-Gelddruckmaschine das Wasser ab.

Ich bin jedoch unbesorgt: Diesen „Rechtsmangel“ wird die Regierung der Großen Scheiße vermutlich relativ schnell beseitigen, wenn erst einmal die gesamte Lobby der Rechteverwerte abwechselnd von bedrohter Kultur, bedrohten Künstlern und bedrohten Arbeitsplätzen faselt…

KSP — Erfahrungsberichte gesucht

Eine Aufforderung auf Belugas Abzocker Blog, die ich gern weitertrage:

Rund um die nicht kleine Anwaltskanzlei KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH Kaiser-Wilhelm-Straße 40, 20355 Hamburg gehen Gerüchte einher.

Einerseits sollen sie bestimmten Personen 0,04 Euro auf Ihr Konto eingezahlt haben und im Vermerk

„BITTE ANRUFEN WEGEN WICHTIGER INFORMATION“ und eine Telefonnummer

angebracht haben, anderseits sollen sie Blog und Webseitenbetreiber abmahnen mit „gestohlenen Texten“ aus dpa und netzwelt.de.

Ein mit uns befreundeter Rechtsanwalt hat uns [natürlich nicht Wut!, sondern Belugas Abzocker Blog, meine Anmerkung] darum gebeten, hier einen Aufruf zu starten und unsere Leser um Erfahrungsberichte zu bitten. Es steht vor allem auch die Frage im Raum wie die KSP an die Kontodaten der Betroffenen gelangt.

Ähnliche Meldungen finden wir auf dem Blog der Anwaltskanzlei Schuster

Aufruf:

Sollten Sie in den letzten Wochen ähnliches erlebt haben, oder eine Abmahnung für Texte aus obigen Quellen erhalten haben, bitten wir sie es hier [also im Kommentarbereich des zitierten Postings, meine Anmerkung] zu posten. Wenn sie es lieber anonym machen wollen, senden Sie uns eine Mail an info (at) beluga59 (punkt) com

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte diese Information bitte ebenfalls weitertragen, damit es möglichst schnell zu einer Aufklärung des recht unseriösen und belästigenden Verhaltens dieser Anwaltskanzlei kommt, die sich im „Rechtsfreien Raum“ Abmahnistan einen sprudelnden Geldquell zu suchen scheint. Die Kontoauszug-Spam in Form einer alarmierenden Botschaft im Verwendungszweck einer geringwertigen Überweisung ist eine bemerkenswerte Neuerung — und dass die oben genannte Kanzlei allen Ernstes behauptet, sie wisse gar nicht, wie sie an diese Kontodaten gekommen ist, erweckt den deutlichen Eindruck eines sehr lichtscheuen Gesindels, dessen Treiben man schnell Einhalt gebieten sollte.

Die neue Abmahnfalle in der BRD?

Die neue Abmahnfalle in der BRD? Abbildungen von Briefmarken mit Loriot-Motiven

Zitat Heise Online:

Die Wohlfahrtsmarken mit Motiven des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot sind aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia gelöscht worden. Wie nun veröffentlicht wurde, haben die Erben von Bülows beim Berliner Landgericht Anfang Oktober eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung der Marken auf der Multimedia-Plattform Wikimedia Commons erwirkt.

Angsichts der Tatsache, dass Abbildungen dieser Briefmarken in etlichen in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Websites zu finden sind, angesichts der Tatsache, dass es durch die erweiterte Google-Bildsuche beinahe trivial ist, derartige Abbildungen zu finden, angesichts der Tatsache, dass Loriots Werke allgemein beliebt sind und als Bestandteil der „gefühlten Kultur“ gern einmal reproduziert werden, angesichts der Tatsache, dass schon für Abbildungen mit viel geringerer Schöpfungshöhe im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland windige Rechtsanwälte fiese und teure Briefe versendet haben… ach, ich machs kurz: Da kommt eventuell ganz schön etwas auf den in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Teilbereich des Internet und viele private Sitebetreiber zu; und wohl dem, der seine Website in einem anderen Land hat und keine ladefähige Anschrift in einem Impressum angeben muss.

Also Leute, schaut doch lieber mal kurz nach, ob ihr demnächst betroffen sein könntet. Und: Rettet das Internet!

Abmahnung des Tages: Lahnix.de

Abmahnungsempfänger des Tages ist der Blogger P. Lahn wegen dieses Postings aus dem Jahr 2008:

[Der ursprünglich hier veröfffentlichte Scan des Briefes mit der Abmahnung wurde auf freundliche Bitte des Rechteinhabers entfernt.]

Hier nur — anstelle einer Wertung — zwei Nachträge aus der Twitter-Timeline, die vielleicht fühlbar machen, was die Verwendung eines einfachen Scans aus der Zeitschrift Konkret für einen von einer derartigen Abmahnung betroffenen Menschen bedeuten kann, wenn zweieinhalb Jahre später der teure Brief ins Haus kommt:

@Blogzentrale 'Schadenersetz 300,-€, Gebühr für seine Eintreiber 120,-€

@sycophantin Ich zahle, lösche mein Blog und blogge demnächst im Untergrund :) lahnix.de ist eh tot.

Die Frage, wieso es dem Rechteinhaber an diesem Foto nicht möglich zu sein scheint, ein derartiges Problem zunächst durch eine einfache Rückfrage aus der Welt zu schaffen, wieso gleich eine Anvergewalts-Kanzlei damit beauftragt werden muss, die immerhin zusätzliche Kosten von 120 Euro verursacht, diese Frage beantwortet sich in der p’litisch gewünschten Rechtslage in der BRD, die das Verfassen einer Abmahnung zu einem recht lohnendem Geschäft macht.

Von daher kann jedem Blogger in der BRD nur empfohlen werden, entweder vollständig eigenes Material und unzweifelhaft künstlerische bzw. dokumentarische Bearbeitungen von Fremdmaterial in seinem Blog zu verwenden (letzteres ist schon etwas kritisch, denn ein Recht darauf hat man nicht) — oder aber sein Blog vollständig anonym im Ausland zu betreiben.

Was bei einer solchen Entwicklung in der BRD letztendlich zurückbleibt, ist das Webdreinull von Geschäftsleuten aller Art und von diesen ganzen p’litisch so gewünschten und geförderten schmierigen Betrügertypen — frei von jeder persönlichen Stellungnahme, die über Katzenfotos und vorsichtig geäußerte Belanglosigkeiten hinaus geht.

RETTET DAS INTERNET!

Über Abmahnungen

Dieser Text hat keinen Schluss. Das liegt daran, dass er in den nächsten Tagen weiter geht.

Wer immer noch nicht weiß, was dieses komische Ding mit der „freien Äußerung der Meinung“ im so genannten „Grundgesetz“ in der meudalistischen Praxis des Rechtsmissbrauches in der BRD wirklich bedeutet, lese bitte bei Stefan Niggemeier weiter.