Die neue bodenständige Freiheit in Dresden

Jahrzehntelang lebten die Menschen in Dresden im Tal der Ahnungslosen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen DDR-Regionen war dort weder West-Fernsehen noch West-Rundfunk zu empfangen. Eine ideale Basis für kommunistische Propagandapolitik. Inzwischen hat sich viel geändert. Sogar Messen und Ausstellungen unter Beteiligung westdeutscher Unternehmen sind möglich geworden. Bestes Beispiel: Lebendiges Dresden, eine Publikumsmesse, die in Dresden stattfand. Die Gauselmann-Gruppe stellte dort erstmals elektronische Spielgeräte vor. Absoluter Renner: der Super-Taifun. Auf großes Echo stießen aber auch die TV-Spielgeräte, die mit witzigen Spielen ausgestattet waren. Kommentar eines Dresdners am Rande der Ausstellung: Auch das gehört zu unserer neu gewonnenen Freiheit. Wer Lust hat, kann heute seine Freizeit auch spielerisch gestalten.

Spielhallen gibt es in der DDR bisher nur auf Rädern. Sie ziehen von Volksfest zu Volksfest. Aber die Vorbereitungen für die Eröffnung erster bodenständiger Betriebe laufen schon jetzt auf Hochtouren. Größtes Hindernis: Es fehlt an geeigneten Räumen.

Ohne weitere Worte. Quelle des Scans: Automatenmarkt, Jahrgang 1990 — die genaue Ausgabe ist leider in meinem Chaos untergegangen. Dank an S.