Technische Lösung für das Armutsproblem

Tja, das ist schon ein bisschen mistig, wenn man ganz im Widerspruch zu den schönen Behauptungen der Wirtschaftspropaganda-Journaille schon in Sichtnähe des Zeitungsstandes den ersten veramten Menschen dabei sehen kann, wie er die Mülltonne nach Pfandflaschen durchwühlt

Doch die Freie und Hansestadt Hamburg hat für dieses Problem eine verblüffend einfache technische Lösung gefunden:

160 neue Mülleimer hatte die Stadtreinigung über Nacht in der Mönckebergstraße, am Gänsemarkt und am Jungfernstieg aufgestellt. High-Tech-Mülleimer mit Solarzellen, eingebauter Müllpresse und direkter Verbindung in die Stadtreinigungszentrale, von wo aus die Mitarbeiter den Füllstand des Behälters einsehen können. Bis zu 700 Liter Müll passen hinein. Deswegen müssen sie seltener geleert werden und das spart Geld.

Klingt gut, hat aber einen Haken: Die neuen Mülleimer haben eine Klappe, sodass man nicht mehr hineingreifen kann. „Das ist einerseits ziemlich umständlich“, sagt Sascha. „Und andererseits verhindert diese Klappe nun, dass Flaschensammler in die Mülltonne greifen können, um darin nach leeren Flaschen zu suchen.“

Eine zukunftsweisende Lösung, dank der Solarzelle voll kompatibel zum grün-wählenden Sozialpädagogen mit seinem Bedürfnis nach oberlehrerhafter Bevormundung anderer Leute und dank der fortschrittlichen Technik ganz im Sinne der Fortschritts- und Wachstumspartei SPD. Und das beste daran: Die durch die Arbeitsersparnis weniger benötigten Müllmänner (nein, Frauen machen diesen Beruf nicht) werden arbeitslos und können sich nach einer der üblichen Hartz-IV-Willkürkürzungen nicht einmal mehr mit Flaschensammeln über Wasser halten. Vielleicht sollte man ihnen im Jobcenter — natürlich erst in der zweiten oder dritten Stufe dieser großartigen technischen Lösungen für soziale Probleme — einfach eine kleine Schachtel mit einer Selbstmordkapsel aushändigen.

Wessen Arbeit niemand mehr bezahlen will, der soll auch nicht wohnen

Hartz IV: Der Highway to Obdachlosigkeit durch selbstherrliche, menschenverachtende Arschlöcher in den Jobcentern.

Einem anderen Mandanten half nicht einmal dieses Vorgehen. Sein Weiterbewilligungsantrag wurde bis heute nicht genehmigt, weshalb er seit drei Monaten noch keine Zahlungen bekommen hat. Da entsprechend auch keine Miete gezahlt wird, hat dieser Mandant nunmehr die Räumungsklage erhalten. Immerhin wird es dadurch endlich möglich, ein Eilverfahren vor dem Sozialgericht anzustrengen und das Jobcenter zum Handeln zu zwingen. Die bloße Kündigung des Mietvertrags reicht den Gerichten als Begründung für Eilbedürftigkeit nämlich nicht aus!

Gravitationswelle: Das Spiel mit dem Aussitzen – Jobcenter Essen

Wohnungslos im Winter?

Die aktuelle Liste für Kältebusse, Kältehilfen und Erfrierungsschutz in der BRD gibt es bei der Deutschen Obdachlosenhilfe.

Das Wutblog bittet Sie

Die Stadt Wien bitte Sie für StraßenmusikerInnen und BettlerInnen immer ein paar Münzen bereitzuhalten. Sie tragen damit zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz von Betteln und Musizieren bei und leisten somit einen wertvollen Beitrag zu einem solidarischen Zusammenleben. Stadt Wien. Wien gehört allen

Das Wutblog bittet Sie, diesen Text einmal mit den Texten zu vergleichen, die in der BRD in U-Bahn-Stationen und an vergleichbaren Orten als „Hausordnung“ oder „Nutzugsordnung“ ausgehängt werden — und natürlich mit dem einschüchternden und teilweise offen gewaltbereiten Vorgehen von Polizeibeamten und Mitarbeitern privater Sicherheitsfirmen gegen Bettler, Straßenmusikanten und vergleichbare Kleinkünstler im Elend.

Ach ja, natürlich handelt es sich beim fotografierten Aushang mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Fake. Oder hat wirklich jemand geglaubt, in der Heimat Hitlers und Haiders wäre es menschlich wärmer als im großen Frierland in der Mitte Europas?!

Ihr seid die Urheber? Nein! Ihr seid widerlich!

Ihr Urheber und Rechteverwerter -- Ich sehe jeden verdammten Tag meines Lebens junge Menschen und Rentner dabei, wie sie mitten in Deutschland die Mülltonnen nach etwas Essbarem durchwühlen. Und das einzige, womit ihr Künstler euch da beschäftigt, ist das Urheberrecht und die blinde Hetze gegen die Internetnutzer? Ihr ekelt mich an!

Obdachlosigkeit als ZDF-Disneyworld-Erfahrung

„Reich und obdachlos“ ist gewissermaßen als Durchschlageübung für die Besserbetuchten konzipiert: Wo finde ich einen Schlafplatz? Wo bekomme ich etwas zu essen? Wo kann ich mich waschen, vor Kälte schützen – das Ganze mal mit, mal ohne Hilfe wahrhaftiger Obdachloser. Die dreiteilige ZDF-Dokumentarreihe „Reich und obdachlo““ (Buch und Regie: Karlo Malmedie und Birgit Tanner) führt Wohlsituierte neun Tage lang auf die Straße.

Genau, das mit allgemein eingezogene Zwangsgebühren finanzierte ZDF muss auch nicht hinter RTL mit seinen Dschungelcamps und sonstigen Prostitionen der Seele zurückstehen und richtet mal so eine Disneyworld der Armut auf. Ganz großes Kino! Einfach ein paar Millionäre für ein paar Tage als Penner leben lassen, natürlich immer mit der Kamera dabei, damit auch das richtige Penner-Lebensgefühl aufkommt. Weil das weiß ja jeder Penner von sich selbst, was er für ein Star ist und dass er gerade für die gierigen Augen einiger Millionen Zuschauer schauspielert; da ist doch keine existenzielle Bedrohung drin, wenn man jeden Tag in dieser gut verdrängten Ungewissheit und Einsamkeit lebt. Und nach Möglichkeit das ganze faule Theater so aufsetzen, dass die gängigen Vorurteile des Stammtisches gegen Obdachlose auch ja bestätigt werden.

Wie nennt man so eine tollwütig tolle Unten-Haltungssendung dann zum Abschluss, so eine tolle Produktion, in der Einsamkeit, das tägliche Schweigen über die Bedingungen des eigenen Daseins und der nagende schwarze Geist der Resignation nicht vorkommen? Richtig: Es ist eine Dokumentation!

Wi-Der-Lich!

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Obdachlos? Verhungern und verrecken lassen!

Besonders rücksichtslos geht dabei die Stadt Freital vor, indem sie Menschen, die bereits alles verloren haben, den Tagessatz für eine Übernachtung im Obdachlosenheim von bisher 2,63 € ab Juni 2011 auf 9,58 € erhöht. „Die wollen uns loswerden“, beschreibt der Hartz-IV-Bezieher Rohland Pögen die Situation […] Heimleiterin Christine Geister ist besorgt: Ab Juni müsse sie viele Bewohner auf die Straße setzen, weil sie nicht in der Lage sind, die Übernachtungskosten aus eigner Tasche zu bezahlen. Von den 364 Euro Hartz-IV, die Rohland Pögen monatlich zur Verfügung stehen, blieben ihm nur noch 67,- € zum Leben. Für ein Frühstück berechnet das Heim 54,25 Euro pro Monat

Quelle: gegen-stimmen.de: Sozialer Wintereinbruch in Sachsen

Wie sagte es der Schmalspur-Goebbels der nachgeschröderten SPD, Herr Müntefering, doch so schön: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.