In Köln sieht man arabisch aus, in München bayerisch…

Allein in der ersten Wiesnwoche halfen die Teams von Amyna, Imma und des Frauennotrufs München 91 Frauen, eine Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch wenn oft nur eine Strumpfhose und ein warmer Tee verabreicht werden mussten: „Wir stoßen an unsere Grenzen, räumlich und kräftemäßig“, sagte Sprecherin Christine Rudolf-Jilg am Montag.

Süddeutsche Zeitung vom 2. Oktober 2012 — Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest: Helfer stoßen an ihre Grenzen

Welches massenstanzenmediale Echo solche Zustände finden, wenn die Gangster und Arschlöcher mal nicht wie Bayern, sondern eher arabisch aussehen, ließ sich in den letzten Stunden seht gut verfolgen. Dass der werte Herr Innenminister Thomas die Miesere zu derartigen Zuständen selbst das Wort ergreift und hartes Durchgreifen fordert, ist bei der berühmten Münchner Drogenparty jedenfalls noch nicht passiert…

Und morgen erschreckt sich der willfährig angstaufpeitschende und hetzende Journalist wieder klickträchtig über die brennenden Häuser, in denen Kriegsflüchtlinge leben sollten. Oder er freut sich, weil es ein paar klickträchtige Morde gibt, ideal für die Vermarktung der eingeblendeten Reklame. Und die Bevölkerung reagiert wie die Pawlowschen Hündchen mit wohlkalkulierbarem Speichelfluss.

Was ein BH ist für die Weiber, das sind fürs Volk die Presseschreiber

Die antifaschistische Arbeit der Münchner Polizei

Screenshot der Website der Süddeutschen Zeitung -- 18. Oktober 2015, 16:02 Uhr -- Perlach -- Auto mit Hakenkreuz beschmiert -- Das Auto einer türkischstämmigen Familie in Perlach ist in der Nacht zum Freitag mit einem schwarzen Hakenkreuz beschmiert worden. Die Polizei ermittelt. Für einen politisch rechts motivierten Hintergrund habe man aber bislang keine Anhaltspunkte gefunden, sagte ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums am Sonntag. Der betroffenen Familie, die Anzeige erstattete, riet die Polizei, das Hakenkreuz schnell entfernen zu lassen und damit nicht längere Zeit durch die Stadt zu fahren: Sonst verstoße sie gegen das Verbot der Verwendung eines verfassungsfeindlichen Symbols.

Quelle: Internet

Und in den USA…

Und in den USA verteidigt jetzt die Nationalgarde die Freiheit, die Demokratie und die Menschenrechte gegen die Menschen, um „Frieden und Ordnung wiederherzustellen“, nachdem sich die Bewaffung der US-Polizeien nach einem der ganz normalen und im Regelfall ungeahndeten Polizistenmorde an einem Nig… ähm… Neg… ähm… Afroamerikaner als nicht mehr hinreichend erwiesen hat.

Nötigung mit Morddrohung = Freispruch

Ein Vorfall, der in der Statistik beispielsweise bislang nicht auftaucht, betrifft Mücheln in Sachsen-Anhalt. Dort griffen laut Augenzeugen drei Männer einen türkischen Imbissbesitzer an und drohten ihm, dass er das nächste NSU-Opfer werde, wenn er nicht aus dem Ort verschwinde. Eine halbe Stunde lang mussten die verängstigten Imbissbetreiber nach eigenen Angaben verbarrikadiert in ihrem Laden warten bis die Polizei eintraf. Aus Angst vor weiteren Angriffen verließ die Familie Mücheln, die mutmaßlichen Angreifer wurden im November 2013 in erster Instanz freigesprochen.

Quelle tagesschau.de — Straftaten von Neonazis: Der NSU-Terror als Vorbild

Und jetzt hier weiterlesen: Die Polizei sieht keinen Grund zur Besorgnis

Technische Lösung für das Armutsproblem

Tja, das ist schon ein bisschen mistig, wenn man ganz im Widerspruch zu den schönen Behauptungen der Wirtschaftspropaganda-Journaille schon in Sichtnähe des Zeitungsstandes den ersten veramten Menschen dabei sehen kann, wie er die Mülltonne nach Pfandflaschen durchwühlt

Doch die Freie und Hansestadt Hamburg hat für dieses Problem eine verblüffend einfache technische Lösung gefunden:

160 neue Mülleimer hatte die Stadtreinigung über Nacht in der Mönckebergstraße, am Gänsemarkt und am Jungfernstieg aufgestellt. High-Tech-Mülleimer mit Solarzellen, eingebauter Müllpresse und direkter Verbindung in die Stadtreinigungszentrale, von wo aus die Mitarbeiter den Füllstand des Behälters einsehen können. Bis zu 700 Liter Müll passen hinein. Deswegen müssen sie seltener geleert werden und das spart Geld.

Klingt gut, hat aber einen Haken: Die neuen Mülleimer haben eine Klappe, sodass man nicht mehr hineingreifen kann. „Das ist einerseits ziemlich umständlich“, sagt Sascha. „Und andererseits verhindert diese Klappe nun, dass Flaschensammler in die Mülltonne greifen können, um darin nach leeren Flaschen zu suchen.“

Eine zukunftsweisende Lösung, dank der Solarzelle voll kompatibel zum grün-wählenden Sozialpädagogen mit seinem Bedürfnis nach oberlehrerhafter Bevormundung anderer Leute und dank der fortschrittlichen Technik ganz im Sinne der Fortschritts- und Wachstumspartei SPD. Und das beste daran: Die durch die Arbeitsersparnis weniger benötigten Müllmänner (nein, Frauen machen diesen Beruf nicht) werden arbeitslos und können sich nach einer der üblichen Hartz-IV-Willkürkürzungen nicht einmal mehr mit Flaschensammeln über Wasser halten. Vielleicht sollte man ihnen im Jobcenter — natürlich erst in der zweiten oder dritten Stufe dieser großartigen technischen Lösungen für soziale Probleme — einfach eine kleine Schachtel mit einer Selbstmordkapsel aushändigen.

DDR-Bürgerrechtler, ehemalige!

Mit einem kaum zu unterdrückenden Gähnreflex, der von deutlicher Übelkeit untermalt wird, verfolge ich eure Bemühungen, unter der schon erprobten Parole „Wir sind das Volk“ Proteste gegen die Überwachung jeglicher Kommunikation durch US-amerikanische und britische Geheimdienste zu organisieren.

Ihr seid bis zum Bersten unglaubwürdig, wenn ihr mit gesalbtem Munde folgende Versatzstücke einer ganz und gar durchschnittlichen Sonntagsrede von euch gebt:

Lasst es nicht zu, dass unter dem Banner der Demokratie und unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung international verknüpfte Geheimdienste Waffen auf die Bürger richten, mit denen im Handumdrehen aus der Demokratie eine Diktatur gemacht werden kann […] Wir empfanden als übelste Frucht der Diktatur den Geheimdienst, der mit Bespitzelung, Telefonüberwachung, Postkontrolle, Zersetzung und mit der Schaffung einer chronischen Atmosphäre der Angst als ‚Schild und Schwert der Partei‘ für die Aufrechterhaltung der Diktatur gearbeitet hat

Ihr wart still, als die BRD damit anfing, überall auf der Welt Kriege zu führen.

Die „Würde des Menschen“ und der Schutz der Menschen vor Lohndumping ging euch am Allerwertesten vorbei, als Hartz IV eingeführt wurde. Der damit verbundene Abbau von Menschenrechten, einschließlich eines staatlich betriebenen Quasi-Zwangsarbeitsstrichs, war euch egal.

Kein Wort kam von euch, als die BRD scheibchenweis ihr eigenes PRISM aufrichtete; die Kombination aus so genannter „Bestandsdatenauskunft“ und so genannter „Vorratsdatenspeicherung“, eine anlasslose und permanente Überwachung der Kommunikation aller Menschen in Deutschland. Ja, aller Kommunikation, nicht nur dieser Internetkrams, von dem die Systempresse immer spricht.

Stumm bliebt ihr, als die offen grundgesetzwidrige staatliche Verwanzung von Computern im Rechtsfreien Raum der BRD-Bundespolizeien vorangetrieben wurde, ohne dass ein Staatsanwalt in dieser Sache ermittelt hätte.

Als BRD-Geheimdienste über Jahre hinweg mitgeholfen haben, dass eine Mörderbande wie der NSU mordend durch die BRD ziehen konnte und schnell das Kompromat geschreddert haben, als das bei einer Untersuchung aufzufliegen drohte; als Polizeien der BRD auch im Falle ermordeter Menschen aus Griechenland von „Döner-Morden“ sprachen… ihr habt euren Kopf in die Versenkung gesteckt und euch mit anderen Dingen beschäftigt. Was sind schon ein paar ermordete Ausländer?!

Gefahren im eigenen Land? In der gelobten BRD mit ihrer Westmark und ihren Bananen und ihren hochglanz-verpackten Konsumgütern? Niemals habt ihr sie gesehen. Niemals habt ihr einen Grund gesehen, euer zages Stimmchen mal nicht dafür zu nutzen, stumm hinter einer Pappblende CDU oder die Natoolivgrünen zu wählen, sondern es gegen die Zustände zu erheben.

Die BRD hatte und hat nun einmal die bessere Propaganda, und ihr seid dieser Propaganda vollständig auf dem Leim gegangen. Während in der BRD jeder Brief klandestin geöffnet wurde und jedes politische Engagement jenseits des p’litischen Apparates — wenn es nicht gerade braun war — mindestens zur Telefonüberwachung führte, hat die Propaganda des Staatsfernsehens der BRD vom bösen Stasi-Überwachungsstaat DDR gesprochen. Vermutlich haltet ihr immer noch die Auswürfe der Springerpresse für Journalismus.

Und wenn jetzt komplett größenirrsinnige ausländische Geheimdienste mit Allmachts-Bestrebungen in mutmaßlicher Kooperation mit den Horch- und Morddiensten der BRD operieren, um wirklich alles permanent zu überwachen und scheibchenweise alle Vorraussetzungen zur Optimierung des bereits bestehenden Polizeistaates aufzubauen, seht ihr ganz große Gefahren für die — Achtung, Fanfafe hier abspielen! — Demokratie.

Und ihr erhebt eure Stimme wie der Kasper im Handpuppentheater und lasst in die grünalternative Rotzpresse „Wir sind das Volk“ stempeln. Nach Jahren eines Schweigens, das nur zwei mögliche Erklärungen zulässt: Entweder lest ihr keine Zeitungen, habt kein Internet und schaut im Fernsehen niemals etwas anderes als „Wer wird Millionär“ und „Deutschland sucht den Superstar“, oder aber, ihr seid opportunistische Lügner, die jetzt vor den Kameras und Mikrofonen der Contentindustrie engagiert tun, denen aber in Wirklichkeit jahrelang alles nur scheißegal war — und denen weiterhin alles scheißegal wäre, wenn der Unterdrückungsapparat aus BRD-Organen käme, ohne dass die USA und Großbritannien damit zu tun haben.

Damals hattet ihr für das, was ihr heute seid, ein trefflich Wörtlein: Wendehälse.

Lasst es euch gesagt sein: Ich gehöre nicht zu eurem „Wir“, das die Stimme des Volkes zu erheben vorgibt. Ich will dazu auch nicht gehören. Ich befürchte, dass euch trotzdem genug Volk folgen wird — und kein Problem damit hat, in einem vollständig überwachten E-Mailverkehr der grünalternativen Rotzpresse mit einer E-Mail mitzuteilen, dass es zu eurem „Wir“ gehört. Unverschlüsselt, versteht sich. Möge die Datensammlung groß werden!

Euer selbsternannter Oberster, der medial gefeierte BRD-Systempfaffe Joachim Gauck, wird sicherlich ein warmes, aber bei genauer Prüfung auch unverbindliches Wort für euch finden — vielleicht sogar am gleichen Tag, an dem er ein weiteres Entrechtungsgesetz für die Menschen in Deutschland mit seinem Namenszug in Rechtskraft erhebt.

Von mir bekommt ihr nur einen Mundvoll Rotz.

In herzlichster Verachtung.

Kurz verlinkt

Wenn Ihnen also das nächste Mal irgendjemand erzählt, „anständige Bürger“ hätten von den ausufernden Methoden „der Sicherheit“ doch überhaupt gar nichts zu befürchten und Bürger- und Parlamentsrechte sowie Datenschutz seien langweilige Sonderthemen oder blanker „Täterschutz“, geben Sie ihm oder ihr doch bitte den Link zu diesem Erfahrungsbericht.

Gern doch — Michael Blume: Sollten sich „anständige Bürger“ wegen der Überwachung sorgen? — Ein Erfahrungsbericht aus den Schattenkriegen