Frau Dr. med. Thela Wernstedt!

Sie haben einige meiner Freunde damit belästigt und beleidigt, dass sie ihnen einen Hochglanzdruck mit ihrer photoshopretuschierten Lächelfratze in den wehrlosen Briefkasten gesteckt haben, als ob ihren die Verschandelung des öffentlichen Blickraumes mit sozialtümelnenden Lügenpappen nicht schlimm genug erschiene. Ja, ich meine dieses Elaborat ihrer SPD-Reklamefirma:

Titelbild der SPD-Reklame

Wer diesen zugegebenermaßen recht intensiven Reiz für den Speireflex überwunden hat und sich wider jegliche Vernunft wegen der Adressierung „An alle Haushalte“ für einen Empfänger hielt und das Faltblättchen auffaltete, konnte einen bemerkenswerten „Brief“ von ihnen lesen, so richtig persönlich und mit ganz viel echtem Gefühl, fast schon so, als wenn Tim Schmalzo in diesem im staatlichen Auftrage verdummenden Debilenfernsehen mit lauter professionell echtem Gefühl von der „Liebe“ singt:

Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger, in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass in Deutschland materielle Güter und Lebenschancen ungleich verteilt werden: Die Gesellschaft wird ungerechter. Aus meiner Arbeit als Ärztin weiß ich, dass materielle Verhältnisse, Bildungsstand, die Familie und das soziale Netz eines Menschen starke Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit haben. Bei Krankheiot, Behinderung oder im Alter gut versorgt zu werden ist keine Selbstverständlichkeit. Die Zukunftsaufgaben sind: Wohlstand, Bildung und soziale Dienstleistungen für alle zu sichern. Ich will die Herausforderungen unserer Zukunft mit formulieren und nach politischen Lösungen suchen. Es dürfen nicht allein diejenigen bestimmen, die nur an sich denken und keinen Respekt vor anderen haben. Sozialdemokratische Politik bedeutet im Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität auch immer etwas für andere zu tun. Ihre Thela Wernstedt

Nun, Frau Wernstedt,

sie haben doch gewiss nichts dagegen, wenn ich sie einfach so Thela nenne, nachdem sie ebenso einfach so mechanisch menschelnd in das Leben derjenigen Menschen eindrangen, die sie in den niedersächsischen Landtag wählen sollen. Sie dürfen mich auch gern Elias nennen, ich habe nichts dagegen.

Also, Thela,

das ist ja eigentlich auch ein hübscher Name, so in Kombination mit dem mit Photoshop so richtig zur Geltung gebrachtem Löcheln. Dir ist also „als Ärztin“ in den letzten Jahren aufgefallen, dass die Umwandlung der BRD zu einer von Asozialen, Kriminellen und halbseidenen Maschseemafiosis gestalteten Puffdemokratur unter dem Banner der „Agenda 2010“ deines Genossen Gerhard „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder starke Auswirkungen auf die Gesundheit und Krankheit von Menschen hat? Oder, um das mal von seiner nach plumper Wortmenge strebenden Einkleidung zu befreien, dass die SPD-Politik davon betroffene Menschen krank macht?

Und deine Reaktion „als Ärztin“ besteht darin, dass du genau dem Verein, der das Leben so vieler Menschen in eine Quälerei verwandelt beitrittst? Um das fortzusetzen? Statt die Ursachen von Krankheit zu beseitigen? Ob du, Thela, „als Ärztin“ wohl Interesse daran hast, dass Menschen gesund sind, wo du doch eher von der Krankheit der Menschen lebst? Ach, eher nicht so:

Zu meiner Person: Ich bin Ärztin, 44 Jahre alt und lebe in Hannover-Marienwerder. Die Schulzeit bis zum Abitur habe ich in Stöcken und in der Ledeburg verbracht. Danach haben mich Studium und Beruf nach Bochum, Göttingen, Sande in Friesland und nach Erlangen-Nürnberg geführt. Seit 2004 arbeite ich in der MHH und habe dort die Palliativmedizin in Krankenversorgung und Lehre aufgebaut.

Du bist halt auf Palliativmedizin spezialisiert, Thela. Also darauf, einen Menschen anders als ein Tier zu behandeln, wenn nichts mehr zu heilen ist. Das Tier spritzt man ja einfach tot, und ein guter Tierarzt ist gegenüber dem Tier noch so menschlich, dass er es wenigstens streichelt, und den Menschen lässt man elend verrecken und hält seinen widerwillig sterbenden Leidensleib möglichst lange am Zucken. Das machst du. Gut, du bist in der SPD völlig richtig, und ich kann mir jetzt so richtig gut vorstellen, wie es klingen wird, wenn ausgerechnet jemand wie du die „Herausforderungen der Zunkuft mitformuliert“ — genau, wie ich mir vorstellen kann, dass du im zugegebenermaßen hübschen Marienwerder am Rande der stinkenden Stadt ganz andere Bedeutungen von Wörtern wie „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ gefunden hast, als man sie im Elend Hannovers allgemein annehmen würde. So etwas wie Freiheit zur unbegrenzten Bereicherung durch die Geldwirtschaft, die Gerechtigkeit, dass nur jener ein Lebensrecht erhält, der einen möglichst großen Beitrag zu dieser Bereicherung der Geldwirtschaft leistet und Solidarität mit allen Bankstern dieser Welt, während zurzeit Menschen mitten in Europa schon nicht mehr wissen, was sie morgen essen sollen.

Übrigens, Thela, habe ich erst vor eine Woche eine ganze Menge Zeit mit einer Rentnerin verbracht, die in Tränen ausgebrochen ist, weil sie krank wurde — sie konnte sich die medizinsche Behandlung und die Medikamente schlicht von ihrer Rente nicht mehr leisten. Und im Gegensatz zu dir, Thela, gehört diese Frau zu einer Generation, die das aufgebaut hat, worauf deinesgleichen wie ein Krebsgeschwür wuchert. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr sich diese Frau über deinen „Brief“ gefreut hat…

Abschließend, Thela, habe ich da eigentlich nur noch eine seltsame Frage zur Rechtschreibung im Kopfe, die einfach nicht mehr von mir weichen will: Schreibt man eigentlich „Du Votze“ oder „Du Fotze“?

Aber das hast du gewiss nicht studiert. Ist auch nicht so wichtig, denn die wichtigeren Fragen hast du schon beantwortet.

Thela, stirb qualvoll in der Hölle, die du anderen bereiten willst! Und nimm deine bis ins Mark ethisch verrotteten Genossen dahin mit!

Elias
Ein Wahlberechtigter, der allein deshalb nicht mehr „wählt“, weil die ihm die Voraussetzung zum Wählen fehlt: Eine Wahl zu haben.

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5 Kommentare

  1. etwas brutal, elias, aber die sozenbande ist ja noch viel brutaler.

    • Die kann froh sein, dass ich nicht mit Worten töten kann… :mrgreen:

  2. „Demokratie“ in diesem Land bedeutet zwischen zehn Betonsorten wählen zu dürfen, wobei es „Brot fürs Volk“ genannt wird.

  3. Woa, ist das ein polemischer (und schlechter) Artikel.

    • Nein Jaja,

      Das ist ein polemischer (und guter) Artikel!
      Gut, weil polemisch, und gut, weil wahr!

      Dem Verfasser dafür vielen Dank!

      P.


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