Uniscore: Gerichtlicher Mahnbescheid? SOFORT reagieren!

Inzwischen scheinen sich diese Leute, die an Geld kommen, indem sie unberechtigte „Forderungen“ stellen, nicht mehr damit zu begnügen, lächerliche „Rechnungen“ in erpresserischem Tonfall als Serienbrief zu versenden. Vielmehr gibt es eine Klitsche namens uniscore Forderungsmanagement GmbH, die solche „Forderungen“ aufkauft und dann gerichtliche Mahnbescheide zustellen lässt. Davon betroffen sind unter anderem Forderungen der mittlerweile nicht mehr existierenden Abzockersite probenfieber (punkt) de.

Diesen gerichtlichen Mahnbescheiden muss innerhalb der Frist (binnen zweier Wochen nach dem angegebenen Datum der Zustellung) widersprochen werden, sonst wird aus der Forderung ein vollstreckbarer Titel, der mit den üblichen Mitteln (Pfändung) durchgesetzt werden kann!

Eine Begründung des Widerspruchs ist nicht erforderlich. Ankreuzen, unterschreiben und zurück ans Amtsgericht. Nicht erschrecken! Nicht verängstigt sein! Einen Mahnbescheid kann jeder, der ein Formular ausgefüllt bekommt, vom Amtsgericht verschicken lassen — das Gericht prüft den „Anspruch“ nicht. Zu einer Prüfung kommt es erst, wenn dem Mahnbescheid widersprochen wird und wenn der Antragsteller vor Gericht zieht, um seinen „Anspruch“ durchzusetzen. Dort müssen die etwas windig und halbseiden daherkommenden Leute der uniscore Forderungsmanagement GmbH nachweisen, dass der behauptete Vertrag und die behauptete Forderung nicht existieren, und ein solcher Nachweis wird bei Abzock-Geschäftsmodellen (vor allem Abofallen und dubiosen Telefonfirmen) nicht möglich sein. Es ist natürlich gut möglich, dass nach erfolgtem Widerspruch ein paar einschüchternde, erpresserisch formulierte Briefe kommen, dass ein solcher Nachweis angeblich möglich sei und dass das Gerichtsverfahren alles nur noch viel teurer macht und dass eine Strafantrag wegen Betruges folgen wird und und und — aber ein solcher Brief ist nur ein Beleg der Tatsache, dass eben keinerlei Substanz hinter der „Forderung“ steht und dass die Schurken, die solche „Forderungen“ aufstellen, nur auf die Wirksamkeit derjenigen Angst hoffen können, die bei juristisch völlig ungebildeten Menschen aufkommt, wenn sie mit einem Mummenschanz des Rechts entsprechend hart angegangen werden.

Der entsprechende Eintrag in der Website der Kanzlei Ferner-Alsdorf ist zurzeit leider nicht verfügbar, weil der Server der Kanzlei unter einer kriminellen DDoS-Attacke ächzt. Dies ist eine Form der Sabotage, bei der ein Computer mit Anfragen aus weiten Bereichen des Internet überlastet wird, so dass die Mehrzahl der Anfragen nicht mehr bedient werden kann. Dafür werden im Regelfall Computer von Privatpersonen verwendet, die auf kriminelle Weise mit Schadsoftware übernommen wurden. Allein die Koinzidenz einer derartigen Sabotage mit einem derartigen Hinweis auf eine aktuelle Masche in der Abzocke ist ein deutliches Indiz dafür, mit was für einem Pack man es in dieser Angelegenheit zu tun hat.

Zu befürchten ist allerdings, dass diese Vorgehensweise Schule macht — und dass viele, die im Internet recherchieren, dass man Rechnungen und Mahnungen von Abzockern und Nullwertdienstleistern einfach in den Müll geben kann, nun leider auch immer wieder einmal dazu tendieren werden, einen gerichtlichen Mahnbescheid auf die leichte Schulter zu nehmen. So könnte sich diese Modifikation des „Geschäftsmodelles“ für diese Verbrecher leider lohnen.

Ach ja, wenn sie jetzt wegen diesem Mist reagieren müssen und sich (zu Recht) darüber aufregen: Die paradiesischen Zustünde für Abzocker und organisiert halbseidene Betrüger sind in der Bundesrepublik Deutschland explizit und seit Jahren p’litisch gewünscht, genau so wie der mehrwürdige zweierlei Arbeitseifer der Polizeien und (p’litisch weisungsgebundenen) Staatsanwaltschaften. An diesen Zuständen ist ihr Bundestagsabgeordneter beteiligt. Sagen sie ihm ruhig einmal bei aller Höflichkeit in der erforderlichen Deutlichkeit, was sie davon halten! Vielleicht bemerkt er dann, was eigentlich sein Job wäre.

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3 Kommentare

  1. Tja, einmal mehr: es lohnt sich sich juristisch zu bilden und die ZPO zu studieren. Und wer den (Mahn)Antragstellern gleich mal zeigen will was eine Harke ist, zeigt gleich in einem extra Schreiben an das zuständige AG was Sache ist und geht in die Offensive z.B. so: http://www.teltarif.de/forum/a-01024/43-3.html

    • Wunderschöne Antwort! Ich höre ein Klatschen wie von einer Ohrfeige…

  2. Reblogged this on "Die Dreckschleuder" und kommentierte:
    Aufgepasst, die Abzocker schalten in den nächsten Gang, nicht einschüchtern lassen.


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