Ströbeles Juratroll-Zensuropfer: Heddesheimblog

Nur ein Zitat:

Anmerkung der Redaktion: Hans-Christian Ströbele hat uns durch den Berliner Anwalt Johannes Eisenberg wegen “Verletzung der Persönlichkeitsrechte” abnahmen lassen. Wir sollen es bei einer Vertragsstrafe von 10.000 Euro unterlassen, den Satz “Bundestagsmitglied Christian Ströbele (Grüne) zeigte 13-jährigen Heddesheimer an” zu wiederholen. Wir sollen Herrn Ströbele die Anwaltskosten von 775,64 Euro erstatten. Die Verpflichtung sollen wir bis heute, 18:00 Uhr, abgeben.

[…] Wir hatten auch Herrn Ströbele schriftlich um Antwort zur Sachlage gebeten – sofern Herr Ströbele geantwortet hätte, hätten wir natürlich sofort eine Korrektur vorgenommen. Tatsächlich verbittet sich Herr Ströbele laut anwaltlichem Schreiben jeglichen Kontakt von uns zu ihm – wir sollen nur über seinen Anwalt mit ihm kommunizieren und nahezu 800 Euro bezahlen. Der Anwalt hat uns darüber hinaus auch “jedwede auch nur indirekte publizistische Nutzung” der Abmahnung verboten. Wir nutzen die Abmahnung in keinster Weise publizistisch, informieren aber unsere Leserinnen und Leser über diese skandalöse Reaktion.

[…] Wie gesagt: Herr Ströbele hat unsere Daten gehabt, hätte jederzeit eine Korrektur senden können oder das heute scheinbar in Vergessenheit geratene Mittel der “Gegendarstellung” nutzen können.

Sofern Sie uns unterstützen möchten, bitten wir um eine Spende, denn wir rechnen wegen des Rufs von Anwalt Eisenberg mit einem Verfahren und Kosten von bis zu 5.000 Euro, sofern die Sache vor Gericht geht.

Der vollständige Text lässt sich im Heddesheimblog lesen. Eine archivierte Version des vermutlich in Kürze verschwindenden Textes steht über WebCite zur Verfügung. Wer direktes Gespräch ablehnt und lieber „über seinen Anwalt“ kommuniziert, weil das teurer, einschüchternder und deshalb zur Unterdrückung unerwünschter Inhalte im Internet geeigneter ist, darf sich nicht darüber wundern, wenn über ihn geredet wird. Was der Streisand-Effekt ist, möge der juratrollende Herr Ströbele mit seinem tollen alternativen Ruf bitte im Internet nachlesen; und was derartige Auftritte in arroganter Gutsherrenmanier für die gegenwärtigen Propagandabemühungen der Grünen, die sich als „netzpolitische Kraft“ anpreisen wollen, bedeuten, kann er seine diesbezüglich planenden Kollegen aus seiner Bundestagsfraktion fragen.

[via @doktordab]

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9 Kommentare

  1. Herr Ströbele hat sich meines Wissens auch noch nie durch besonderes (direkt-)demokratisches Engagement ausgezeichnet. Passt ins Bild.

  2. […] | https://wwwut.wordpress.com/2011/11/25/strobeles-juratroll-zensuropfer-heddesheimblog/ | Ströbeles Juratroll-Zensuropfer: Heddesheimblog, Wer ein direktes Gespräch ablehnt und lieber […]

  3. […] | https://wwwut.wordpress.com/2011/11/25/strobeles-juratroll-zensuropfer-heddesheimblog/ | Ströbeles Juratroll-Zensuropfer: Heddesheimblog, Wer ein direktes Gespräch ablehnt und lieber […]

  4. Der Gag an der Sache ist, dass Ströbele den Anspruch gar nicht gerichtlich durchsetzen kann weil die Darstellung, juristisch gesehen, nur formell und nur unwesentlich unrichtig ist.

    Wenn Herr Ströbele mit seiner Frau zusammen erscheint um die Anzeige zu erstatten, dann muss er gegen sich gelten lassen, dass dies dieses zumindest den Anschein erweckt, dass er mit dem Vorgang nicht nur einverstanden sondern sogar mindestens beteiligt war.

    Die Abmahnung hätte er besser gut gerollt… aber nicht verschickt.

    Hinzu kommt: Dem abmahnenden Anwalt in eigener Sache stehen die Abmahngebühren nicht zu – das habe ich selbst einem Abmahngauner Günter Freiherr Gravenreuth vor den Gerichten sehr geduldig erklärt. Auch der Ströbele hat erst einmal eigene Mittel einzusetzen und so eine Abmahnung rotzt ein halbwegs brauchbarer Jurist in 20 Minuten hin. In 10 Minuten wenn er sie nur diktiert.

    Demnach hat aber auch der Jurist Hans-Christian Ströbele erst einmal eigene Mittel einzusetzen – oder was ist das für ein Jurist, der nicht mal die Abmahnung selbst verfassen kann?

    Was ich machen würde ist dem Ströbele die geforderte Unterlassungserklärung zu geben (ich selbst wahrscheinlich nicht mal das) und mit gleicher Post eine negative Feststellungsklage wegen der Kostenforderung (ich selbst auch wegen des erhobenen Anspruches) anzustrengen.

    Um dann ein paar Monate später mal richtig laut über einen Jurist zu lachen.

  5. Die Geschichte hat eindeutig zwei Verlierer.

    Die Pressefreiheit war in dieser Geschichte zu keiner Sekunde in Gefahr. Ströbele hat natürlich keinesfalls souverän reagiert. Das steht ausser Frage.

    Vier Monate Recherchezeit ohne Befragung der Betroffenen selbst (20 Minuten vor Veröffentlichung anfragen ist definitiv keine Anfrage).
    Nicht einmal die Betroffene selbst wurde überhaupt von Hardy Prothmann befragt.

    Wollen wir eine solche Art von Fischfutter-Lokaljournalismus, gerade in der Blogosphäre? Ging es dem Profi-Journalisten und Blogger Prothmann tatsächlich um eine ausgewogene und vor allem faire Berichterstattung, die wichtig für uns als Leser ist und erst dadurch eine objektive Glaubwürdigkeit vermittelt? Warum hat Hardy Prothmann den Betroffenen keine ausreichende Möglichkeit zur Stellungnahme in den vier Monaten gegeben?

    Warum liegt die Geschichte vier Monate zurück und erscheint erst jetzt, pünktlich zum Relaunch vom Heddeheimblog? Stimmt tatsächlich der Fakt der angeblichen Falschauskunft der Staatsanwaltschaft? Wie wurde genau angefragt? Warum wurde dann die Unterlassungserklärung gezeichnet?

    Ströbele hat übrigens gegenüber dem NDR in einem ausführlichen Interview gesagt, er hätte sich mit dem Blogger auch sogar über eine Veröffentlichung unterhalten http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/stroebele131.html (Min 17:45)

    Im lawblog hat sich in den vergangenen Tagen eine interessante Diskussion zum Thema gebildet: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/11/25/strbele-mahnt-ab-was-ist-eine-anzeige/#comments

    Im Heddesheimblog habe ich obige Fragen auch gestellt. Diese wurden jedoch entweder gar nicht freigeschaltet oder gar nicht von Prothmann beantwortet.Warum schreibt dann der Journalist „Butter bei die Fische“, wenn er uns als Leser selbst wichtige Antworten schuldig bleibt?

    Einfach vielleicht mal über diese Frage und Sichtweise auch nachdenken. Und dann die betreffenden Artikel nochmals lesen.

  6. Ein weiteres Testat in Sachen „Arbeitsweise Hardy Prothmann“:

    • Ich sehe im Moment nur ein Testat eines nicht funktionierenden Links auf eine datensammelnde, das Miteinander der Menschen vermarktende Website, die ich sowieso nur mit der Kneifzange anfasse…

      (Ein kleines oder großes Zitätchen wäre netter, wenns um solche Monster wie Facebook oder Google+ geht. Der Link kann ja immer noch hinterher.)

      • Rheinneckarblog vom 9.11.2012 auf Ihrer Facebookseite
        „wir recherchieren gerade in Sachen Rocklandradio und die Promotion der rechten Rockband „Frei.Wild“ durch den Sender.“

        „Noch besser, wenn wir mit unseren Recherchen fertig sind und Artikel dazu veröffentlichen. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die unserem Aufruf gefolgt sind und uns mit Material „eingedeckt“ haben – das war so erfolgreich, dass wir jetzt viel Arbeit mit dem Auswerten haben.“

        und weiter:
        http://www.rheinneckarblog.de/13/rockland-moderatorin-alexandra-philipps-verklagt-chefredakteur-und-fordert-5-000-euro/21504.html

        Zitat „Hinter dem Sender steht ein riesiger Medienkonzern, dessen Honoratioren sich zu den ausgewähltesten Mitgliedern der “High-Society” der Mediengesellschaft zählen – das hatten wir schon mal und das wird später Thema in der Berichterstattung über Beteiligte und Verantwortliche.“

        Dieses Zitat ist jetzt über 6 Monate jung. Veröffentlicht wurde bis heute in Sachen „Rockland Radio“ auf dem Rheinneckarblog nichts (n i c h t s) weiter. Es drehte sich fortan alles nur noch über die Abmahnung einer Moderatorin und die Kosten der Abmahnung.
        http://www.rheinneckarblog.de/tag/rockland-radio/.

        Um was geht es eigentlich dem Journalisten in der ganzen Sache? Tatsächlich um eine Recherche und investigative Berichterstattung? Oder doch nur um eine bewsusste Selbststigmatisierung als Abmahnopfer mit Aufmerksamkeitseffekt (Quote?) samt einer Pressefreiheit, die mal wieder bei Hardy Prothmann in Gefahr zu scheinen sei?

        https://twitter.com/rheinneckarblog/status/268316184909344768
        „Rockland Radio-Moderatorin Alexandra Philipps mahnt Chefredakteur ab – Pressefreiheit bedroht….“

        Gab es irgendwann irgendeine Berichterstattung im Rheinneckarblog, die durch die Unternehmen des Rockland Radios in irgend einer einzigen Form versucht wurde, juristisch zu verhindern?

        Hardy Prothmann ist kein semiprofessioneller Blogger, den eine Abmahnung erwischt. Prothmann ist absoluter Profi und Berufsjournalist. Prothmann prangert gerne und meist zuerst unsauberen Journalismus bei anderen an. Kritische Fragen muss auch er sich dann bieten lassen. Angekündigte Enthüllungen sollten bei jedem einigermassen guten Jornalisten auch dann entsprechende Taten folgen.

        Oder steckt dahinter ein gewisses „Arbeitsmuster“?
        http://www.ruhrbarone.de/barbara-stroebele-und-das-fuschfutterattentat/comment-page-2/#comment-109569

        Abmahnungen sind eklig. Rechtsradikalismus oder Rechtslastigkeit ist abscheulich. Keine Frage.

        Wenn man über die Auseinandersetzung „Prothmann ./. Philipps“ bloggt-twittert-schreibt, sollte man sich einmal genau ansehen, WIE die Recherche eines professionell arbeitenden Journalisten entstanden ist. Die Fragen sind nicht wie eigentlich üblich direkt und persönlich gestellt worden, sondern offen per Kommentar via der persönlichen Facebookseite der Moderatorin. Zudem in einer Form, die viele andere auch provoziert und vorab einer eigentlichen Berichterstattung verletzt hätte.

        Arbeitet man tatsächlich nach journalistischen Standards per offenen Kommentardialog bei Anfragen? Kommentiert man auch diese Anfragen im angeblichen Vorfeld der Berichterstattung so in seinem Blog? http://www.facebook.com/Rheinneckarblog/posts/489645277737021 Stimmt es wirklich, dass der Journalist VOR einer Berichterstattung abgemahnt wurde? Fand nicht bereits schon dadurch eine offene „Vorankündigung“ statt, in dem die Moderatorin KEINE Gelegenheit der Meinungsäusserung eingeräumt wurde?

        Der Chefredakteur Hardy Prothmann ist eingeladen, hier oder ins einen Medien Stellung zu beziehen und Antworten zu geben.

  7. Hardy Prothmann entschuldigt sich

    Ein Post eines Geläuterten, könnte man denken. Bezahlt hervorgeboben, damit es auch wirklich jeder liest. Wie rührend. Ja, so macht man es sich denkbar einfach. Nochmals schnell eine bewegende Erklärung, dann ab in den Urlaub nach Malle. Man könnte sich auch persönlich bei Ströbeles, einer Alexandra Philipps, all den anderen oder bei den zig Spendern entschuldigen, die bis heute auf den “Verein gegen Abmahnopfer” warten. Oder zumindest Richtigstellungen publizieren.

    Ja, aber so geht das natürlich auch. Mit einem gesponsorten Facebookpost. Ich glaube ihm kein Wort.


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