Spanien: Wählt sie nicht!

„Wählt sie nicht“, war einer der zentralen Slogans, der am Sonntag auf spanischen Straßen skandiert wurde. Tausende Menschen haben auf Demonstrationen in mehr als 50 Städten die Bürger aufgefordert, den Parteien am kommenden Sonntag die Stimme zu verweigern, welche die Krise auf die einfache Bevölkerung abwälzen. Aufgerufen zu den Protesten hatte die Plattform Wirkliche Demokratie Jetzt.

[…]

Die neue Bewegung kritisiert die „Ansammlung der Macht in den Händen von wenigen, womit Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit erzeugt wird, die zur Gewalt führt, die wir ablehnen“, heißt es im Manifest der Plattform Am „obsoleten und unnatürlichen ökonomischen System“ bereicherten sich einige wenige, während es dem Rest nur „Armut und Verzicht“ biete. […] Kritisiert wird, dass PPSOE die „Akkumulation von Kapital“ über den „Wohlstand der Gesellschaft“ stellt und dabei „Ressourcen verschwendet, den Planeten zerstört, Arbeitslosigkeit schafft und unglückliche Konsumenten“ schaffe.

Telepolis: Jugend „ohne Job, ohne Wohnung, ohne Pension und ohne Angst“

Wahl zum Goldenen Windbeutel 2011

Neben den täglichen asozialen und betrügerischen Lügen in der Spam gibt es auch noch die täglichen asozialen und hinterhältigen Lügen in der Werbung, und auch in diesem Jahr will die Verbraucherorganisation foodwatch [die Kleinschreibung ist deren Schreibung, nicht meine] wieder einen Goldenen Windbeutel als „Auszeichnung“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres verleihen. Die fünf Kandidaten werden auf YouTube in Bild und Ton vorgestellt, damit auch jeder weiß, was das für Gestalten sind. Wer — wie ich — lieber Text lesen möchte, kann natürlich auch die schriftliche Vorstellung der Kandidaten genießen, es sind

  • „Nimm2“ von Storck, das zuckerklebrige Lutschbonbon, bei dem die Werber die zahnbrechende Idee hatten, dass man es doch als „gesund“ bewerben könnte, wenn man die Müllbrocken nur mit etwas Vitaminplörre befüllt;
  • „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ von Kühne mit der besonders kühnen Idee, dass man den gemeinen und gewöhnlichen Industriefraß voller Farb- und Geschmacksstoffe als „Traditionsprodukt“ vermarkten kann;
  • „Ferdi Fuchs“ von Stockmeyer, angepriesen als ein gesundes Miniwürstchen für Kinder, aber in Wirklichkeit so versalzen, dass man die eventuelle Schmackhaftigkeit der kindgerecht verpackten Zubereitung toter Tiere gar nicht mehr beurteilen kann;
  • „Activia“ von Danone als functional food, der mit massiver Werbung als ein Produkt für alljene Weiblein auf den Markt gedrückt werden soll, die zu doof zum Scheißen sind und deshalb glauben, dass dieses Zeug die Verdauung regulieren könne (und damit vielleicht sogar „schlank macht“, wie es unterschwellig in den Bildern versprochen wird) ; und die
  • „Milch-Schnitte“ von Ferrero als gar nicht so leichte Zwischenmahlzeit, die ganz im Gegensatz zum Versprechen der werbenden Weltverpester mehr Zucker und Fett enthält als die gleiche Menge nicht gerade als Light-Produkt geltender Schoko-Sahne-Torte.

Bei so einer Auswahl hat man nach der Überwindung des Brechreflexes wirklich keine leichte Wahl, aber der Windbeutel muss ja weg — deshalb bitte mitmachen!

Der goldene Windbeutel 2011 -- Die Wahl zur dreistesten Werbelüge

Das Bild habe ich natürlich von Abgespeist mitgenommen…

Die übliche privatrechtliche Willkürzensur

Das Folgende ist ein Vollzitat aus der Deutschland-Debatte:

Unsere befreundete Seite
Alternative Europa Plattform – Deutschland
schreibt:

Am 6.1.2011 erreichte den Blogbetreiber der „Alternativen Europa Plattform – Deutschland“, im Folgenden AEP-D genannt, ein Schreiben einer „renomierten“ Anwaltskanzlei aus Hamburg die die Interessen einer größeren Nachrichtenagentur aus Berlin vertrete. In dem Schreiben fordert die Hamburger Kanzlei Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzung und Begleichung einer Schadenersatzzahlung in dreistelliger Höhe, ohne jedoch genau an zu geben welche Textpassagen strittig seien.

Dem Betreiber wurde vor geworfen nicht genau spezifizierte Textpassagen in seinem Artikel ohne Genehmigung des Urhebers verwendet zu haben. Gleichzeitig wurde die sofortige Löschung des gesamten Artikels gefordert mit dem Hinweis anderenfalls seinem Mandanten zu empfehlen gerichtlich gegen den Betreiber der AEP-D vor zu gehen. Eine Zahlungsaufforderung lag diesem Schreiben bei.

Die gegnerische Anwaltskanzlei beharrte zu diesem Zeitpunkt darauf dem Blogbetreiber nicht mitteilen zu müssen aus welcher Quelle die Textblöcke stammen sollten. Statt dessen erhielten wir eine schlechte Kopie eines Faxes indem Textstellen geschwärzt waren die angeblich „gestohlen“ worden seien. Die Schwärzungen beinnhalteten sogar einzelne Wörter in der Tag-Liste des Artikels. Faktisch bedeutete dies für den Autor dass dieser ein „Dieb“ von geistigen Eigentums sei, dessen vermeintliche Eigentümer jedoch nicht in Erscheinung treten müsse da dieser sich hinter Forderungen einer großen Nachrichtenagentur verstecken konnte.

Die ganzen Angelegenheit ist um so Besorgniserregender wenn man berücksichtigt dass die Urheberrechte zu 100% bei dem Autor der AEP-D liegen und dieser in seiner Existenz mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert war die es zunächst galt ab zu wenden.

Nach eingehender Beratung durch die Anwaltskanzlei Küttner und Kollegen in Zweibrücken und Abwägung des Prozesskostenrisikos von etwa 5-4 Tausend Euro entschied sich der Blogbetreiber der AEP-D zur Erhebung einer negativen Feststellungsklage.

Im Namen des Volkes…

Am 2.5.2011 erreichte uns das Urteil des Gerichtes indem dieses fest stellt dass die Beklagte (Berliner Nachrichtenagentur) keine Ansprüche gegenüber dem Kläger (Blogbetreiber der AEP-D) besitze. Es besteht und bestand zu keinem Zeitpunkt ein Unterlassungsanspruch, ein Beseitigungsanspruch oder Schadensersatzanspruch gegenüber der AEP-D.

Obgleich wir froh sind über das Urteil und den Ausgang des Falles sind wir doch erheblich besorgt über die Möglichkeit der Ausübung ökonomischer Gewalt gegenüber unbescholtenen privaten Blogbetreibern die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung aus üben.

Die AEP-D ist ein privat betriebener politischer Blog der sich mit Deutschland innerhalb der Europäischen Union auseinander setzt. Wichtige Themen sind die zunehmende Vermögensungleichverteilung und die sich hieraus ergebenen demokratischen Machtverzerrungen.

Die Diskussionen zu den einzelnen Artikeln sind oft hitzig und provokativ, so auch in den Kommentaren zum genannten Artikel. Auch wenn Kommentare teilweise polemisch oder unter die Gürtellinie gehen haben wir von der AEP-D uns bewusst dazu entschieden diese frei zu schalten. Allerdings erlauben wir uns dann auch in ebenso freundlicher und bestimmten Art zu kontern.

Wohl dem, der es sich auch angesichts solcher Prozesskostenrisiken leistet oder leisten kann, für sein Recht gegen die in der BRD so beliebten privatrechtlichen Zensurbestrebungen vor Gericht zu gehen… und wehe dem, der das nicht kann oder will.

Und wer es noch nicht gemerkt hat: Mit diesem Hinweis und dem Zitat verbindet sich von meiner Seite keine persönliche Wertschätzung der „Alternativen Europa Plattform — Deutschland“ und der dort vertretenen Positionen, sondern nur meine Wertschätzung gegenüber dem Recht, seine Meinung frei und vor allem angstfrei mitteilen zu können. Dieses Recht ist im Internet der BRD unter ständiger Bedrohung durch allerlei Willkürmaßnahmen der Contentindustrie und durch kreisende Schwärme oft ebenso willkürlich vorgehender Abmahnanwaltsgeier. Auch der Betrieb noch der harmlosesten Website ist für den Betreiber mit unkalkulbaren Risiken verbunden, die schnell existenzbedrohend werden können. Für richtige Betrüger ist das BRD-Internet hingegen ein Paradies, und dieser Zustand ist p’litisch gewollt.

Nachtrag: Thematisch nicht ganz passend, aber dennoch in diesem Zusammenhang interessant ist die neue Einnahmequelle des Axel-Cäsar-Springer-Verlages.

Datenschutz? So Nie!

Wer wissen möchte, warum man auch großen Firmen mit einer unbestrittenen Reputation nach Möglichkeit keine persönlichen Daten anvertrauen sollte: Bitte an den PSN-Hack bei Sony denken.

Viele Nutzer von PSN und Qriocity haben in den letzten Tagen eine Mail erhalten, aus der unter anderem Folgendes hervorgeht (Hervorhebungen im Zitat sind von mir):

Auch wenn wir derzeit noch bei der Untersuchung aller relevanten Details zu dem Vorfall sind, meinen wir, dass sich eine unbefugte Person Zugriff zu folgenden persönlichen Daten verschaffen konnte: Name, Adresse (Stadt, Bundesland, Postleitzahl), Land, E-Mail Adresse, Geburtsdatum, PlayStation Network / Qriocity Passwort und Login sowie PSN Online ID. Es kann darüber hinaus möglich sein, dass auch Ihre Profilangaben widerrechtlich abgerufen wurden inklusive Ihrer Kaufhistorie und Ihrer Rechnungsanschrift (Stadt, Bundesland, Postleitzahl). Falls Sie einem zweiten Konto für einen Unterhaltsberechtigten zugestimmt haben, kann es sein, dass oben genannte Angaben Ihres Unterhaltsberechtigten ebenfalls angeeignet wurden. Obwohl es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass auf Kreditkarteninformationen widerrechtlich zugegriffen wurden, können wir diese Möglichkeit nicht gänzlich außer Betracht lassen […]

[Danke S., für die Weiterleitung der Mail, die übrigens wie eine Spam ohne persönliche Anrede daherkommt, obwohl auf Seiten Sonys ein Name bekannt ist.]

Betroffen von diesem kriminellen Angriff sind rund einhundert Millionen Sony-Kunden.

SoNieErmöglicht wurde das massenhafte Abgreifen von Daten durch äußerste Nachlässigkeit mit der Internet-Sicherheit. Es wurde veraltete Serversoftware mit allgemein bekannten, von Angreifern ausbeutbaren Lücken verwendet und es gab keine üblichen Absicherungen gegen solche Angriffe. Diese Probleme waren auch auf Seiten Sonys bekannt. Die gleiche Firma, die ihre Kunden so gern mit DRM (am besten als digital restrictrion management) in ihren völlig entbehrlichen Produkten knechtet und dabei vor noch gar nicht so langer Zeit nicht einmal davor zurückschreckte, Audio-CDs auf den Markt zu werfen, die mit heimlich installierter, perfide programmierter und gefährlicher Schadsoftware das Auslesen der Musikstücke verhinderten, diese Firma hat selbst keinerlei Mühe darauf verwendet, die angesammelten Kundendaten in irgendeiner Weise abzusichern.

Oder kurz gesagt: Sony sind seine Kunden scheißegal.

Sicher, die sollen kaufen und bezahlen, die sollen sich darüber freuen, dass sie ihr Geld für enteignende und entrechtende DRM-Scheiße ausgeben; die sollen sich auch ja nicht an eine Zeit erinnern, in der Computerspiele auch ohne Internetzugang möglich waren — aber dass sich das mit einer so „großen“ Wertschätzung der Kunden verbände, so dass auch nur die üblichen Investitionen in die Sicherheit der Internetanwendungen gemacht würden, um die akkumulierten Kundendaten zu sichern, das wäre doch zu viel verlangt. Und dass man ein paar kompetente Administratoren damit beschäftigte, die mit dem Internet verbundenen Datenverarbeitungsanlagen — jeder Recher mit einer Internet-Verbindung ist ein Opferrechner, und wo sich die Beute so sehr lohnt, da kommen Täter irgendwann ganz sicher — überwachten und auf einen leidlich sicheren technischen Stand hielten… ach nein, die Leute müsste man ja bezahlen, das kostete ja Geld, und das kann man doch auch einsparen. Das ist ja auch besser für den Profit. Es ist ja auch nicht in erster Linie Sonys Problem, wenn Kreditkartendaten von Kriminellen benutzt werden und durch den Missbrauch der Identitäten der Kunden teilweise große Schäden entstehen, sondern es ist das Problem der Kunden und ihrer Banken. Genau so, wie das Mailpostfach voller Spam und krimineller Attacken nicht ein Problem Sonys, sondern ein Problem der Kunden ist.

Welche „Kaufempfehlung“ für Sony-Produkte aus diesem Vorgang hervorgeht, erklärt sich hoffentlich von selbst.

Welche viel allgemeinere Empfehlung für den Umgang mit persönlichen Daten aus diesem Vorgang hervorgeht, sollte aber genau so klar sein. Auch große wirtschaftliche Unternehmen sind nicht vertrauenswürdig. Ihr Agieren ist darauf gerichtet, Gewinn zu erwirtschaften, und dabei können berechtigte und vernünftige Ansprüche ihrer Kunden — in diesem Fall: der berechtigte und vernünftige Anspruch auf die Sicherheit persönlicher Daten — schon einmal auf der Strecke bleiben.

Hier nur ein kleines Zahlenspiel, um das Volumen der von Kriminellen bei Sony abgegriffenen Daten etwas fassbarer zu machen.

Es soll sich um ungefähr 100 Millionen Datensätze mit folgenden Merkmalen pro Datensatz handeln:

  • Name
  • Anschrift
  • Wohnort
  • PLZ
  • Staat
  • Geburtstag
  • Passwort
  • Login
  • eine ominöse ID
  • vielleicht noch Kreditkartendaten
  • vielleicht eine Rechnungsanschrift

Wenn man für diese Felder „mal eben schnell“ eine durchschnittliche Feldlänge schätzt, kommt man pro Datensatz auf folgende Datenmengen:

  • 16 Zeichen für Vor- und Nachnamen
  • 16 Zeichen für die Anschrift
  • 10 Zeichen für den Wohnort
  • 5 Zeichen für die Postleitzahl
  • 3 Zeichen ISO-Code für den Staat
  • 8 Zeichen für den Geburtstag
  • 64 Zeichen für das (hoffentlich gehashte) Passwort
  • 10 Zeichen für die Login-Kennung
  • 8 Zeichen für die ID

Das macht beim sicher eingeräumten Volumen der mitgenommenen Daten, wenn man einmal ein Byte pro Zeichen annimmt und eher technische Zusatzinformationen (Feldtrennung, Trennung zwischen den Datensätzen) ignoriert, 140 Bytes pro Datensatz. Bei 100 Millionen Datensätzen ergibt sich so, dass rund 13 Gigabyte Daten von Sonys Servern abgegriffen wurden. Wird die Rechnungsanschrift mitberücksichtigt, wurden rund 17 Gigabyte Daten abgegriffen, und nimmt man für die Kreditkartendaten einmal 20 Byte an, so handelt es sich, falls diese auch in die Hände der Verbrecher gelangt sind, was übrigens wahrscheinlich ist, um satte 20 Gigabyte Daten. Da in dieser Betrachtung technische Elemente in den abgegriffenen Datensätzen ignoriert wurden, ist das wirkliche Volumen um einen unbekannten Betrag höher.

Selbst über schnelle Internetanbindungen lässt sich eine derartige Datenmenge nicht „mal eben in ein paar Minuten“ übertragen, das Abgreifen der Daten muss also bei üblichen Downloadraten mehrere Stunden gedauert haben.

Und in dieser ganzen Zeit ist es bei Sony keinem technischen Administrator aufgefallen, dass plötzlich in der Größenordnung von mindestens 13 Gigabyte Daten aus den Kundendatenbanken möglicherweise in einer Transaktion an eine einzige IP-Adresse gesendet werden. Aber selbst, wenn das Abgreifen der Daten über ein Botnetz erfolgte, wäre ein solcher Vorgang auffällig.

Es gibt dafür nur eine Erklärung: So etwas wie ein Monitoring der betroffenen Server durch dafür bezahlte Administratoren hat nicht stattgefunden — denn bei einer derartigen Transaktion sollten schnell alle Alarmglocken klingeln. Das Geld, das für eine technische Überwachung und Betreuung der Sony-Rechenzentren ausgegeben werden müsste, wurde von Sony einfach eingespart, weil Sicherheit „zu viel Geld kostet“ — eventuelle Schäden haben ja andere. Eben die Kunden. Und die sind Sony ja scheißegal, solange sie sich am Geldbeutel melken lassen.

Dass ein derartiges Monitoring nicht stattgefunden hat, passt übrigens prächtig dazu, dass nicht einmal die verwendete Serversoftware auf einen aktuellen und gegen Angriffe sicheren Stand gebracht wurde — für die Durchführung solcher elementarer Tätigkeiten für die IT-Sicherheit hätte man ja bei Sony jemanden beschäftigen und bezahlen müssen. Wie schon gesagt, bei der gleichen Firma Sony, die ihre Kunden mit DRM an allen Ecken und Enden gängelt.

Alle Ächtung!

Content4U: Nicht bezahlen! Keinen Cent!

Nur, um solche Fragen ganz deutlich zu beantworten:

hi leute,
mein Bruder hat auch sowas am Hals und muss jetzt anscheinend bei der Deutschen Inkasso zahlen. Uns war es schon bekannt, dass content4u betrügt aber das mit dem Inkasso ist neu. Seid ihr euch da ganz sicher das es auch ein fake is??

Die Forderung der Content4U GmbH ist unbegründet. Die „Letzten Mahnungen“ dieser betrügerischen Klitsche lassen sich aus der darin verwendeten Droh- und Arschlochsprache ohne weiteres mit dem Satz „Zahlen sie grundlos hundert Euro, oder wir machen ihr Leben kaputt und versauen ihre Schufa“ in die deutsche Sprache übersetzen. Es ist eine reine Einschüchterung, mit der die Menschen zum Zahlen bewegt werden sollen. Ein Anspruch der Content4U GmbH besteht nicht.

Das „Geschäftsmodell“ dieser betrügerischen Abzocker-Firma beruht darauf, dass arglose, unerfahrene Internet-Nutzer mit dem vorgeblichen Download einer Software, die allgemein als kostenlos verfügbar bekannt ist, vorsätzlich irregeführt werden. Ein Vertrag kommt auf diesem Wege nicht zustande.

Wer Verbrechern Geld gibt, nur weil sie im erpresserischen Ton völlig unbegründete Forderungen erheben, ist nicht mehr zu retten. Es gibt bessere Verwendungen für Geld, als damit Betrügern ihren mühelosen, verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Wirklich. Und wer wirklich nichts besseres mit seinem Geld anzufangen weiß, kann mir gern eine Spende zukommen lassen.

Einen Brief an diese Halunken zu schreiben, ist sinnlos. Die lesen ihre Post nicht. Nicht einmal, wenn es ein (für den Absender recht teures) Einschreiben mit Rückschein ist. Die wissen genau, dass ihre Forderung unberechtigt ist. Die schicken ihre „Mahnungen“ raus und können sich leider immer noch darauf verlassen, dass ein gutes Zehntel der Empfänger so eingeschüchtert ist, dass die „angemahnten“ Beträge auch aus Angst bezahlt werden. Davon machen sich diese asozialen Fäkalmaden ein ziemlich hübsches Leben, ohne dass sie einer besonders anstrengenden Arbeit nachgehen müssten.

Die unbegründete Forderung wird keinen Deut begründeter, nur weil sie von einer kleinen Inkasso-Klitsche erhoben wird. Auch dann nicht, wenn sich diese kleine Klitsche eine proll großtönende Firmierung gegeben hat. Es ist auch sinnlos, dieser Inkasso-Klitsche, deren einziger Existenzzweck die zusätzliche Einschüchterung bei diesem Betrug ist, einen Brief zu schreiben. Der Brief wird dort nicht gelesen. Nicht einmal, wenn es ein Einschreiben mit Rückschein ist. Es ist dort genau bekannt, dass die Forderung unbegründet ist. Schlimm genug, dass bei der Inkasso-Zulassung für diese „Deutsche Betrugs-Inkasso“ ein Gericht reingefallen ist und jetzt so viele Menschen den Schaden davon haben.

Wer mir das alles nicht glaubt, sollte einmal einen Blick auf den Kommentarthread des ursprünglichen Posts zu diesem trüben Thema werfen, denn dort sind viele Erfahrungen, Links auf seriöse Verbraucherschutz-Seiten und weitere Informationen gesammelt.

Der einzige Brief, den man sinnvollerweise schreiben sollte, ist ein Brief an die Bank, die von den Betrügern in ihren unverschämten Briefen als Bankverbindung angegeben wird. Wenn diese Bank das Konto der Betrüger kündigt — und das haben in der Vergangenheit etliche Banken bereits getan, weil ein Kreditinstitut im Gegensatz zu diesen Halunken auf seinen Ruf bedacht ist — werden die Betrüger dort getroffen, wo es ihnen weh tut, weil sie daran gehindert werden, ihren asozialen Betrug zu Geld zu machen. Ich würde empfehlen, diesen Brief mit der „Sackpost“ zu versenden, weil ein „richtiger Brief“ in der Regel ernster genommen wird als eine E-Mail — aber wer mag, kann auch gern eine E-Mail schreiben. Wer nicht weiß, wie man einen solchen Brief formulieren soll…

Könnt ihr mir bitte ein Vorlage-Schreiben für die Sparkasse posten, damit ich denen auch das Handwerk legen kann. Vielleicht habt ihr das oben irgendwo schon gepostet aber ich habs noch nicht gefunden. Ich will des Ding so schnell wie möglich loshaben.

…kann sich ungefähr an diese schnell formulierte Vorlage halten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vermutlich ist es Ihnen nicht bewusst, welche „Geschäftsidee“ Ihr Kunde [Name der Betrugsklitsche] mit der Kontonummer [Kto-Nr] verfolgt, denn sonst würden Sie zu verhindern wissen, dass Ihre Reputation durch die Machenschaften Ihres Kunden beschädigt wird. Die „Geschäftsidee“ Ihres Kunden besteht darin, einschüchternd formulierte Rechnungen und Mahnungen mit unbegründeten Forderungen als Serienbrief an viele zehntausend Empfänger zu versenden, um einen großen Anteil dieser Menschen zur Zahlung einer unbegründeten Forderung zu bewegen.

Wenn sie nähere Informationen über dieses „Geschäftsmodell“ wünschen, können Sie mit einer beliebigen Internet-Suchmaschine nach den Firmierungen „Content4U“ oder „Deutsche Zentral-Inkasso“ suchen, Sie finden aber auch unter der folgenden Internetadresse einen ersten Einblick:
https://wwwut.wordpress.com/2010/07/15/niemals-bezahlen-die-content4u-mahnung/

Die Nähe dieses „Geschäftsmodells“ zum Betrug sollte auch für Sie evident sein.

Bitte beenden Sie — nicht nur zur Wahrung Ihrer eigenen Reputation, sondern auch zur Abwendung weiterer Schäden von vielen tausend eingeschüchterten Opfern — Ihre Geschäftsbeziehung mit [Name der Betrugsklitsche] und versuchen Sie darüber hinaus alles Ihnen mögliche dafür zu tun, dass die betrügerisch erwirtschafteten Gelder auf dem Konto Ihres Institutes nicht Ihrem derzeitigen Kunden [Name der Betrugsklitsche] zu Gute kommen können.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

Ich habe das in fünf Minuten „hingeklatscht“, die Formulierungen sollten also nicht auf die Goldwaage gelegt, sondern vielleicht ein wenig verbessert werden. Übrigens sind „wir“ (Zitat oben) nur einer, nämlich ich… 😉

Wer noch den Nerv dazu hat, kann Anzeige erstatten. Einfach zur nächsten Polizeidienststelle gehen, das ganze Zeug mitnehmen, mal erzählen, was da so läuft und darauf achten, dass die Anzeige wegen „gewerbsmäßigen Betrug“ aufgenommen wird. Vermutlich wird das (wieder einmal) Verfahren eingestellt. Wer wissen möchte, warum das so ist, lese bitte hier weiter. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, die solche Kosten übernimmt, kann eine weitere Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft wegen Strafvereitelung erstatten, nachdem er seinen Bescheid bekommen hat, dass die Ermittlungen wegen seiner Anzeige eingestellt worden sind. Die Aussichten dieser weiteren, gegen die trägen Ermittler gerichteten Vorgehensweise sind eher dürftig, das Hinzuziehen eines Rechtsanwaltes ist empfehlenswert.

Eine Reaktion auf die Rechnungen oder Mahnungen ist nicht erforderlich, solange es sich nur um die „üblichen Drohbriefe“ von Betrugs- und Inkassoklitschen und nicht um gerichtliche Mahnbescheide handelt. Die unbegründete Forderung wird kein bisschen mehr oder weniger begründet, wenn darauf reagiert oder nicht reagiert wird. Die autoritär und einschüchternd formulierten Briefe der Betrüger können einfach in den Papierkorb geworfen werden.

Sollte jemals ein gerichtlicher Mahnbescheid kommen — dies ist kein normaler Brief, sondern ein Postzustellungsauftrag vom Amtsgericht — so muss diesem Mahnbescheid widersprochen werden, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht. Hierfür reicht es, das entsprechende Feld anzukreuzen und den Brief ans Amtsgericht zu senden. Die Betrüger der Content4U GmbH können nicht das geringste Interesse daran haben, dass ihre unbegründeten Forderungen und ihr Geschäftsmodell von einem Gericht untersucht werden. Spätestens, wenn die Halunken auch noch diese Nummer ausprobieren, wird Ruhe einkehren. (Übrigens kann jeder zum Amtsgericht gehen und einen gerichtlichen Mahnbescheid zustellen lassen, das ist noch mit keiner Prüfung des Anspruches verbunden.)

Ich hoffe, dass diese kleinen Erläuterungen vielen Betroffenen geholfen haben.

Sie gelten übrigens auch, wenn die gleiche Betrugsmasche in einigen Monaten unter einer anderen Firmierung durchgezogen wird — zum Beispiel Routenplaner.com und Collectus Inkasso. Denn diese Betrügereien laufen nun schon über ein Jahrzehnt lang unter diversen Firmierungen, und bislang ist noch keiner dieser Betrüger in die Lage gekommen, seine Luft durch Gitter atmen zu müssen.

Content4U und Deutsche Zentral Inkasso: Unendliche Geschichte

Eine Geschichte ohne Ende scheinen die offen betrügerischen und höchst asozialen Machenschaften der Abzocker-Klitsche „Content4U“ und der unter „Deutsche Zentral-Inkasso“ firmierenden Schreiber von erpresserischen Mahnschreiben für völlig unbegründete Forderungen zu sein.

Wie ich mit Leichtigkeit an den gegenwärtigen Zugriffen erkennen kann, ist im Vorfeld des Wochenendes einmal mehr einer dieser Serienbriefe herausgegangen, der diesmal allerdings seine einschüchternden Formulierungen mit einer noch höheren Forderung verbindet — und viele Empfänger dieser lustigen Briefe fragen sich jetzt, was sie machen sollen.

Hierzu nur soviel: Eine Forderung der Marke: „Bitte zahlen sie umgehend und ohne Grund 150 Euro, sonst machen wir ihr Leben über einen verleumderischen Eintrag bei der Schufa kaputt“ wird nicht einen Deut berechtigter, wenn sie von einer kleinen Inkasso-Klitsche mit großspurigem Namen verfasst wurde.

Deshalb: Ruhe bewahren! Den Brief einfach ignorieren! Auf keinen Fall die unberechtigte Forderung bezahlen! Nicht antworten, denn Antworten werden auf Seiten dieser offen betrügerischen Arschlöcher gar nicht gelesen, selbst, wenn sie als Einschreiben mit Rückschein versendet werden! Wer Lust darauf hat, kann zur nächsten Polizeidienststelle gehen und eine Anzeige wegen gewerbsmäßigem Betruges erstatten. Es kann ebenfalls hilfreich sein, wenn die in den Schreiben angegebene (und häufig wechselnde) Bank darüber informiert wird, mit welchen Halunken sie zusammenarbeitet, damit das verwendete Konto eventuell gekündigt wird. Jede andere Reaktion ist sinnlos.

Die lustigen Briefe können je nach persönlicher Organisation weggeworfen oder abgeheftet werden. Eine Reaktion auf die verbrecherische Unverschämtheit ist nicht erforderlich. Nur, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid kommt — dieser ist ein Postzustellungsauftrag vom Amtsgericht — ist es unbedingt erforderlich, dass der Forderung widersprochen wird, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht, alles andere ist nur substanzlose Drohung. Zum Widersprechen reicht es aus, ohne weitere Begründung das entsprechende Feld auf dem Schrieb anzukreuzen, eine Begründung ist verschwendete Liebesmüh. Die Betrüger werden nicht den geringsten Wert darauf legen, dass ihre betrügerischen Forderungen von einem Gericht untersucht werden, weil sie dann bei Fortsetzung ihrer asozialen Masche auch juristisch zu dem werden, was sie moralisch schon lange sind: Zu Betrügern. Das „Geschäftsmodell“ steht auf sehr wackeligen Beinen.

Und wer jetzt noch wissen will, warum diese Halunken ihre Luft noch nicht durch Gitter atmen müssen, kann ja mal in aller Ruhe weiterlesen, für wen in der BRD paradiesische Zustände herrschen und für wen nicht.