Fokus aufs Internet dient der Vertuschung

Diese Anmerkung von Detlef Reimers zum neu aufgewärmten „Milliardenmarkt Kinderpornos im Internet“ und den vom Innenminister de Maizière beabsichtigten neuen Befugnissen für die Polizei (nämlich das Einstellen von kinderpornografischem Material ins Internet) ist ganz klar ein Kandidat für den besten Kommentar des Jahres in den Foren von Heise Online:

Erstaunlich ist es, welcher Grad von Ignoranz beim Delikt Kinderpornographie an den Tag gelegt wird. Diese perfideste Form sexueller Gewalt weist historisch zurück bis in die Ursprünge unser abendländischen „Kultur“ und lässt sich ebenso nachweisen in fast allen übrigen Reichen oder Dynastien. Sie zieht sich durch das gesamte Mittelalter, bis in die Jetztzeit.

Neben dieser geschichtlichen Kontinuität können Kriminologen und Historiker aber eine weitere Konstante feststellen: die Kinderpornographie war immer und ist immer noch eine verbreitete Form sexueller Ausbeutung in den höchsten und nobelsten Kreisen. Dieser Aspekt ist von größter Relevanz und gibt auch ein Bild von der Dekadenz und Skrupellosigkeit dieser Kreise, weshalb es in den Medien auch immer möglichst tief gehangen wird. Selbstverständlich gab und gibt es weiterhin die häusliche Form dieses Deliktes und in Zeiten des Internet bieten sich Banden und der Mafia vielfältige, neuartige Vertriebswege für abscheuliches, pädophiles Werbematerial an, was zu neuartigen Rekrutierungs- und Verbreitungsformen geführt hat. Dennoch ist die erstgenannte Form weitgehend resistent gegen moderne Anpassungen der Vertriebswege, da sie immer in eng begrenzten Kreisen unter absoluter (im Laufe der Erlangung der sozialen Stellung streng eingeübten Praxis der Diskretion) Geheimhaltung praktiziert wird.

Ist der belgische Fall Dutroix denn schon vergessen? Alle Staatanwälte, die anfänglich bereit waren, alle Spuren zu verfolgen, wurden vom Fall abgezogen, eine Hinhaltetaktik über zig Jahre führte zu Gedächtnisverlusten und Ungenauigkeiten bei den Zeugen. Etwa 10 Zeugen verstarben im Verlaufe der Prozessjahre eines unnatürlichen Todes. Die Untersuchungslinie, die in Richtung Politik, Königshaus und Brüsseler EU führte, wurde komplett gekappt – das war von Anfang bis heute unberührbar.

Daselbe Vorgehen aktuell (über die letzten 5 Prozessjahre) in Portugal: Hohe Politiker (in Portugal, bei Unesco), der „beliebteste“ Fernsehredakteur und andere waren beteiligt. Geständig war die einzige nicht hochgestellte Person im sonst durchgängig erlauchten Täterkreis. Die Stategie ist ganz klar abzusehen: Beantragung und Einleitung langjähriger Revisionsverfahren, die die über 800 Belastungszeugen in über 600 Fällen ein weiteres Mal an den Rand des Selbstmordes treiben werden. Und die erlauchten Herren kalkulieren auf Verjährung oder Freispruch, wie in Belgien. Abscheulich, vor aller Augen!

Was der Sachsensumpf in Deutschland bisher offenbart hat, dürte für kritische Bundesbürger schon ausreichen, um an unser freiheitlichen Rechtsordnung grundsätzlich zu zweifeln. Der einzige namhafte Journalist und Buchautor Jürgen Roth kämpft hier einen fast aussichtslosen Kampf mit einigen ehrlichen Restbeständen der dort ansässigen Justiz und Verwaltung genen eine bis in höchste Kreise reichende Kaste von schwerkriminellen „Kinderfickern“.

Da verschwinden Akten, werden Beamte zu Meineiden gezwungen durch Erpressung und andere Formen des Drucks und es darf wohl auch davon ausgegangen werden, dass, wenn dies im Einzelfalle nicht ausreichen sollte, zu brutaleren Mitteln gegriffen wird. Dieser völlig skrupellose Sumpf aus Politikern Staatsanwälten, Juristen und der Polizeiführung betrieb dort einen von profan kriminellen betriebenen Kinderpuff, die halbe Justiz wusste das seit langem, die Polizei war auch längst informiert (sowie involviert) und die Politik sowieso. Wo leben wir eigentlich, bis heute ist nichts wesentliches strafrechtliches passiert?

Und die Familienministerin Ursula von der Leyen und der Rest der politsch Verantwortlichen führt ihren „Kampf“ gegen die Kinerponographie im Internet, von dem die meisten Informierten längst ahnen, dass es ein willkommenes Einfallstor für zukünftige Beschränkungen des Netzes sein könnte und ausserdem absehbar zu nichts führen wird. Wer sich hier einseitig aufs Glatteis führen läßt – weg von der geradezu ins Auge springenden Realität – der sollte seinen Wertekanon noch einmal überprüfen. (Ich habe einige große in Enlgand und anderswo laufende Skandale hier ausgelassen).

Einmal ganz davon abgesehen, dass der bekannterweise größte organisierte Verein von Kinderfickern — die scheinhl. röm.-kath. Kirche — niemals so gründlich polizeilich untersucht wird, dass diese Verbrechen verhindert werden könnten. Stattdessen wird die p’litische Kinderfickerei einer Zensursula von der Goebbels fortgesetzt, um auch ja eine praktische Zensurinfrastruktur fürs Internet einzuführen, während ein allzubreiter Widerstand unter der künstlich und mit falschen Daten geschürten Empörung erstickt.

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2 Kommentare

  1. Hallo,

    also erstens möchte ich sagen, dass ich bisher immer mit Deiner Meinung übereingestimmt habe – was mich aber sehr stört, ist Deine doch sehr vulgäre Ausdrucksweise!!

    Zweitens: Die Kirche als Herberge Pädophiler zu bezeichnen ist Quatsch. Ich war selbst bis vor wenigen Jahren meine komplette Schulzeit auf einer katholischen Schulanlage ähnlich der Odenwaldschule – da gab es nie was! Der Unterricht war streng und religiös, hat uns alle damals angekotzt aber im Endeffekt war es eine schöne Zeit. Mittags nach dem Unterricht waren die bösen Pfaffen sogar so nett, dass sie uns Autofahren beigebracht haben 😀 Wir wurden nicht geschlagen, nicht angefasst und auch nicht anderweitig misshandelt…

    Oft bei den Berichten im Fernsehen bekommt man sehr den Eindruck, dass viele auf massige Entschädigungszahlungen setzen – auf welchen Massen von Kohle besonders die Katholiken sitzen ist ja wohl kein Geheimnis, und nie eines gewesen. Alle Pfarrer, Nonnen und andere Kirchenmitglieder als Pädophile zu bezeichnen ist unrecht – das ist die gleiche Hetze die Herr Sarrazin gerade betreibt: Ist ein Muslim nicht integrationswillig sind sie alle schlecht.

    Um deine Frage noch zu beantworten: Ja, ich bin noch in der Kirche, allerdings kein regelmäßiger Kirchgänger – das hat aber nichts mit dem Glauben zu tun, sondern damit, dass vieles (nicht alles) was gepredigt wird längst überholt/widerlegt, und die Kirche hier nicht fähig oder willig ist sich der modernen Zeit anzupassen.
    Atheisten werfen Gläubigen vor sie mit allen Mitteln von Glauben überzeugen zu wollen, ich empfinde das eher andersherum. Atheisten sind die, die auf dich herabsehen, dich belächeln und dich mit allen Mitteln versuchen davon zu überzeugen, dass ihre Auffassung die richtige ist.
    Man muss Erfahrungen machen und für sich entscheiden, nicht auf andere hören!

    • Mit der Religion ist es eine ganz einfache Sache: wenn der da oben allwissend ist, weiß er auch, warum ich nicht glaube – der Typ ist ja nicht doof, sondern nur Gott. Das schreib´ ich jetzt mal so als bekennender Anarchist.

      Es geht nicht darum, andere, als irrational gesehene Ansichten zu kritisieren sondern die gesellschaftliche Funktion des Glaubens. Und da ist meines Erachtens sogar Vorsicht geboten. Könnte ja sein, dss jemand den Atheismus als moralischen Freibrief sieht, so wie George W. Bush seine wiedergeborene Religiosität als Freibrief fürs Massenmorden versteht…


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