Die Peilwanze in der Tasche

Ich rate ja jeden davon ab, ständig ein eingeschaltetes Mobiltelefon bei sich zu tragen. Nicht nur, weil ich es für einen Fehler und für jenseits der menschlichen Würde halte, sich ständig für andere Menschen auf Knopfdruck verfügbar zu machen, sondern auch, weil man damit freiwillig eine „Peilwanze“ mit sich herumträgt, die wenigstens dem Netzbetreiber eine permanente und recht präzise Ortung ermöglicht. Beim Zusammensein mit so genannten „Linken“ finde ich es immer wieder erstaunlich, dass diese Leute eine sehr große Skepsis gegenüber der RFID-Technik entwickeln, aber ständig eine solche Peilwanze eingeschaltet in ihrer Tasche haben. Und wenn ich ihnen dann mal sage, dass sie sich mit ihrer Quasselfunke den großen Bruder immer mitnehmen, denn halten sie mich für paranoid…

Nun gut, lassen wir das mit dem „technischen Verständnis“ in gewissen „linken“ Kreisen, das wird wohl nichts mehr. Vielleicht finden diese Menschen etwas interessanter, wenn das Neue Deutschland heute beschreibt, wie diese „Peilfunktion“ auch von Ermittlungsbehörden benutzt wird, wenn es auch in diesem Fall wegen der Unfähigkeit der Ermittler aufgeflogen ist:

Merkwürdige Einträge im Protokollverzeichnis seines Mobiltelefons ließen den politischen Aktivisten Andreas Blechschmidt aufhorchen. Sein Nokia 5700 listete über mehrere Wochen in regelmäßigen Abständen eingegangene SMS von der nicht existierenden Nummer 0123456789 auf. Unmittelbar nach jeder dieser elektronischen Kurznachrichten verschickte das Handy ein Datenpaket an einen unbekannten Adressaten. Es handelte sich nicht um eine Fehlfunktion seines Telefons oder des Netzbetreibers O2, sondern um eine staatliche Überwachungsmaßnahme, erfuhr Blechschmidt nach Rücksprache mit Experten. […]

Durch eine technische Panne konnten Blechschmidt und weitere Hamburger Linke jedoch den Nachweis erbringen, dass ihre Handys überwacht werden. Als Blechschmidt danach erstmals über seine Entdeckung derart kommunizierte, dass auch die Ermittlungsbehörden davon Wind bekommen mussten, blieben die mysteriösen SMS-Nachrichten plötzlich aus. Der 44-Jährige geht davon aus, dass die Panne behoben wurde und sein Telefon die Datenströme nun nicht mehr im einsehbaren Protokoll registriert.

Die ganze Geschichte beim Neuen Deutschland weiterlesen

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s