Der „Expertenkreis Amok“…

Die vom Land Baden-Württemberg eingesetzte Kommission „Expertenkreis Amok“ empfiehlt als Präventionsmaßnahme gegen Amokläufe wie in Winnenden unter anderem ein Verbot sogenannter Killerspiele. Auch weitere Internetsperren stehen im Forderungskatalog des Fachkreises.

Ich weiß ja nicht, welche Qualifikation so einer haben muss, um in diesem „Expertenkreis“ zu einem „Amok-Experten“ werden zu können. Vielleicht reicht es ja schon aus, wenn man Pädagoge oder anderer Päderast ist. Oder Politiker, der auf seine Präsentation in der Bildzeitung bedacht ist. Oder Angehöriger eines Opfers eines der paar Mordläufe an einer Schule in der BRD. Es kann sich jedenfalls bei der Qualifikation weder um ein besonderes Wissen noch um eine besondere Einsichtsfähigkeit handeln. Er darf sich auch niemals mit den gut dokumentierten Hintergründen bisheriger Amokläufe beschäftigt haben, die sich trotz polizeilicher Willkürmaßnahmen (etwa nach Emsdetten) nicht unterdrücken ließen. Er muss einfach nur da sitzen und den Amok-Experten geben, wenn er zu dem Schluss kommt, der vorher schon festgestanden hat.

Denn Schuld an den Mordläufen sind Computerspiele und Gewaltdarstellungen im Internet. Oder noch etwas konformer für die Leser der Bildzeitung: Schuld sind Internet und Computer. Killerspiele und Killerinternet. Und das Mittel zum Frieden und zum erhaltenen Leben ist Zensur. In der Form von verbotenen Spielen. Und in der Form eines immer weiter mit Stoppschildern zugepflasterten Internet.

Und die kleine Auffälligkeit, dass alle verzweifelten, jugendlichen Mordläufer der Vergangenheit — auch der Axter von Ansbach, bei dem kein Häuchlein Worts von Computerspielen zu hören war — für ihren Mordlauf mit ermüdender Regelmäßigkeit an ihre Schule gegangen sind, die wird geflissentlich übersehen, wenn man das erwünschte Ergebnis eines solches „Expertenkreises“ hervorbringt. Das einer mordend durch die Schulen rennt, das wird ja nichts mit der Schule, diesem Ort der zwangsweisen Konformmachung und gesellschaftlichen Siebung, zu tun haben. Und dass man den Umgang mit einer Schusswaffe nicht etwa an einer Tastatur, sondern in jener sumpfspießigen Kombination von Suff und Waffenfetisch lernt, die sich in den Schützenvereinen komprimiert, das ist auch nicht weiter zu erörtern, sonst würde vielleicht einmal eine Mindestqualifikation für die Jugendarbeit dort gefordert. Alles unwichtig. Hauptsache, es wird zensiert, dann tritt endlich Ruhe und Frieden in der BRD ein. Dass bei solchen Maßnahmen der nächste Mordlauf eines Verachteten und Verzweifelten ohne persönliche Aussicht nur eine Frage der Zeit ist, dass ist diesen „Experten“ an ihrem Killerschreibtisch sowas von scheißegal, dass man es wegen der damit verbundenen Niedertracht kaum noch in angemessenen deutschen Worten ausdrücken kann.

Gute Nacht, Deutschland! Die „Experten“ machen das Licht aus.

Advertisements

1 Kommentar

  1. […] von zensurwütigen Polizistenschergen vernichtet. Nach dieser Vorarbeit bildet man einen kleinen Expertenkreis, der zu Ergebnissen kommt, die das System Schule nicht in Frage stellen; das BRD-Staatsfernsehen ZDF erklärt den Zuschauern an den flackernden Volksempfängern, worin die […]


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s