Kriegsrhetorik gestern und heute

Wie sich doch die Rhetorik verändert hat, wenn die p’litische Kaste einen Grund dafür finden muss, dass staatlich bezahlte Mordarbeiter, so genannte Soldaten, irgendwo in die Welt geschickt werden! Man und frau spricht nicht mehr vom Krieg gegen einen Aggressor, man spricht von einem Einsatz, denn das Wort Einsatz klingt ja doch viel besser als das Wort Krieg. Im Zweifelsfall ist so ein Einsatz sogar „humanitär“, eine richtige Wohltat für die Menschen, er „bringt die Demokratie“ oder „sichert die Demokratie“. Und zwar für Menschen, die sich selbst gar nicht mehr helfen können, die einfach auf die Gegenwart bewaffneter Mordarbeiter aus der BRD angewiesen sind. So hat sich zum Beispiel kürzlich erst Kanzlerdarstellerin Angela Merkel (CDU) der Aufgabe entledigt, ein „militärisches Abenteuer“ (auch so ein übles Wort) schönzureden, wie in vertrauter Beflissenheit der BRD-Staatsrundfunk „Deutsche Welle“ meldet:

Merkel: Afghanistan auf Bundeswehr angewiesen - KABUL: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine längerfristige Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr ausgesprochen. Der Norden des Landes werde auch in den nächsten Jahren die Präsenz der deutschen Soldaten brauchen, ...

[Quelle des Screenshots: Google News]

Das müssen doch alle in der BRD verstehen! Afghanistan braucht die Soldaten, braucht das bewaffnete Monopol der Gewalt aus der BRD, braucht die Hilfe des Staates BRD. So eine kleine Frage, was dieser „Einsatz“ (das Wort klingt schon nach Roulette oder Poker) mit dem im Grundgesetze sehr eng gesetzten Zweck der Bundeswehr, nämlich der Verteidigung der Grenzen der BRD, zu tun hat, darf angesichts einer solchen Not gar nicht mehr aufkommen. Hier gilt es nur noch zu helfen, und der barmherzige Samariter trägt jetzt eben automatische Waffen in seinen gepanzerten Fahrzeugen. Ein wahres Glanzstück der christlich-demagogischen Nächstenliebe ist dieser sinnlose Krieg, ein leuchtendes Zeichen für die Werte, für die solche Redner und Rednerinnen stehen! Ja, es verrät viel Charakter, wie sich die Bundesmerkel hier der Aufgabe entledigt hat, diesen Unfug zu rechtfertigen. Und was es für einen Charakter verrät!

Und wenn schon die Bundeswehrmacht der BRD den Segen der Hilfe in eine Not leidende Welt trägt, denn muss eben auch jeder Verständnis dafür haben, dass die Schicksale der Not leidenden Menschen in der BRD minder wichtig geworden sind. Die Neuen Armen in der BRD sind der gleichen p’litischen Kaste, die der ganzen Welt in ihren tiefen Nöten hastig zur Hilfe eilen will, so was von scheißegal, sollen die ganzen Empfänger der Almosen aus den kalten Träumen von Hartz, Fischer und Schöder doch sehen, wo sie bleiben. Hauptsache, sie spielen keine „Killerspiele“, sonst kommen sie noch wirksame Ideen, wie sie ihrer zunehmenden Verzweiflung und Wut Ausdruck verleihen können. Außer vielleicht, wenn es die richtigen sind. Damit aus ihnen die richtigen Killer werden.

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2 Kommentare

  1. […] Auszug von WUT: […]

  2. […] gewiss so weit kommen, wenn sich niemand hinstellt, diesen Wahnsinn zu stoppen — wird unter Absagen der schönsten und ehrenwertesten Motive […]


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