Brief an Ratze (2)

Hey Ratze,

du hast ja immer schon so einen Charakter gehabt! Also, so einen anderen als der andere vor dir, dieser eilige Vater, der die ganzen Böden in den Flughäfen abgeknutscht hat, weil er es mit Weibern ja nicht (so offen) durfte.

Ein bisschen von deinem Charakter haben wir alle mitbekommen, als du den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents das gehirnmäßig inkontinente Wort zugesprochen hast, dass sie sich die christlichen Missionare und damit die Zerstörung ihrer Kultur und den Völkermord doch in Wirklichkeit immer herbeigesehnt hätten. Das war ein ganz tolles Wort, so etwas kenne ich sonst nur aus Vergewaltigungsprozessen: „Die Frau wollte es doch auch“ — aber so ein Mörder und Räuber freilich, der traut sich solche Aussagen nicht, wenn er noch bei Troste ist. Außer vielleicht, wenn er Papst ist. Und du bist Papst, und du zeigst in deinem hl. Gelaber echt Größe. Du bist nämlich ein ganz großes Arschloch.

Nun, aus so einer Kotaustrittsöffnung wie einem Arschloch kommt ja meist recht brauner Brei raus, da wolltest du dich auch nicht länger zurückhalten. So etwas musst du dir zumindest gedacht haben, als du vor ein paar Tagen in einem Anfall plitschbrauen Durchfalles die Exkommunikation von Bischof Williamson zurückgenommen hast und diesen offenen Holocaust-Leugner damit rehabilitiert hast. Denn wer Juden ermordet oder das Ermorden von Juden vertuscht, der kann in deinem hl. Laden — der ja auf dem zu Geld gewandelten Mord am Juden Jesus aus Nazaret erblüht ist — noch richtig was werden. Sicher, du bist gerade ein bisschen assig drauf und was du da tust, das ist nicht gerade dialogfördernd. Diese Frau Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland, die hat jetzt ersteinmal den Dialog mit der hl. röm.-kath. Kirche unter dir, Maledictus Ratze, abgebrochen — aber du interessierst dich bestimmt auch gar nicht für Dialog. Jedenfalls nicht mit denen. Du hast eben Charakter, du Arschloch.

Weißte, Ratze, ich geb dir mal nen Tipp. Einfach nur, damit deine besondere seelsorgerische Linie allen Menschen noch ein bisschen klarer wird; und auch, damit „die Deutschen“ endlich ein bisschen genauer wissen, was dieses „Wir sind Papst“ bedeuten soll, das ihnen die Bildzeitung in die Hirne gestanzt hat. Kannste nicht einfach mal den Adolf Hitler heilig sprechen? Mit dem Holocaust hat der ja nichts zu tun, weil es gar keinen Massenmord an Juden gab. Das hast du ja schon einmal klargestellt, denn wer den Holocaust leugnet, der ist ja durchaus noch erträglich für deine hl. Jesusverkäuferei, der spricht sozusagen so sehr mit der Zunge Jesu, dass er rehabilitiert werden kann. Und wenn man das mit diesem fragwürdigen Holocaust mal von Deutschlands beliebtesten Kanzler aller Zeiten abzieht, denn hat Atze Freibank doch alles gehabt, was einen richtigen Heiligen nach dem Herzen des Katholizismus ausmacht. Der ist seiner Mission unbeirrbar gefolgt, hat dabei einen immensen Aufstieg erlebt, wurde mehrfach durch die Wunderhand Gottes vor den Meuchelhänden bewahrt und hat doch alles in allem ganz wundervolle Dinge getan, die in keines kath. Menschen als Fremdkörper im Wertesystem erscheinen. Deshalb war er doch auch so beliebt. Gut, den Krieg hätte er vielleicht nicht verlieren sollen, das war zugegebenermaßen ein Fehler, aber dafür ist er sogar noch zum Märtyrer geworden, der sich in hl. Hingabe vergiftet und erschossen hat, um in der zwiefachen Selbsttötung auch wirklich ganz sicher zu gehen. Und ansonsten werden dir schon ein paar Argumente für eine Seligsprechung Hitlers (das geht ja der Heiligsprechung voraus) einfallen — schließlich hast du lange genug in der Inquisition gearbeitet und weißt daher aus erster Hand, wie bei solchen Verfahren die Wahrheit argumentativ zurechtgeschummelt wird, wenn es in den kirchenp’litischen Kram passt. Das kriegst du schon hin!

Also Ratze, santo subito! Ich freue mich schon auf das Gemurmel in deinen lichtlosen Hallen: „Heiliger Hitler, bitte für uns!“

Dein Elijahu

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4 Kommentare

  1. Der Vatikan wird von Jahr zu Jahr immer reaktionärer und unerträglicher…

  2. Dieser Ratze ist einfach nur peinlich, für alle anderen Menschen, die sich Christen nennen. Mir kocht jedesmal das Blut, wenn ich seinen Dünnschiss irgendwo lesen muß.

  3. […] und deshalb wohl so weit von der Erde und den dort lebenden Menschen entfernt ist, dass er eine kleine Indifferenz gegen solche Kleinigkeiten wie eine Holocaust-Leugnung entwickelt hat. Das soll ein wichtiges Thema sein! Ganz klar. Und die ganz gewöhnliche […]

  4. Ratze hat doch von allem nichts gewußt….. wie Opa nach dem Krieg.


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