Schrottwirtschaft

Wie fördert man noch einmal die Wirtschaft, wenn man nicht einsehen will, dass ein komplettes Finanzsystem als Grundlage ebendieser Wirtschaft an die Wand gefahren ist? Klar, indem man „den Konsum ankurbelt“. Ist nur schade, dass die einen Menschen in der BRD so verarmt sind, dass sie sich manchmal kaum noch ihre eigene Ernährung oder notwendige medizinische Behandlungen leisten können, während die anderen Menschen in der BRD eigentlich schon über alle beständigen Güter verfügen. Was kann man da machen? Vielleicht die Armut bekämpfen?

Nein, das ist nicht nach dem Geschmack eines P’litikers der BRD. Stattdessen ist es besser, wenn man den Menschen „Anreize“ gibt, noch nutzbare Güter in Müll zu verwandeln. Das ungefähr hat sich der „Kanzlerkandiat“ der SPD, Frank-Walter Steinmeyer, gesagt, als er fröhlich zum Jahresausklang von einer Verschrottungsprämie für Autos träumte, damit die Menschen auch ja ihre noch benutzbaren Atmosphärenkonverter in Müll Wertstoff verwandeln und sich eine schöne, neue Glitzerkarre kaufen.

Selten nur wird der Zusammenhang zwischen dem exponenziellen „Wachstum der Wirtschaft“ und dem ebenfalls exponenziellen Wachstum der zunehmend giftigeren Müllberge so deutlich wie in diesem — gewiss auch in der permanenten Nähe zu gewissen Wirtschaftsvertretern zur ausgewachsenen Geisteskrankheit herangereiften — p’litischen Aberglauben eines Spitzenp’litikers der BRD.

6 Kommentare

  1. consume or die:

    ich konsumiere, also bin ich. wer nichts konsumiert, ist auch nichts wert. das wirtschaftsfaschistische credo unserer zeit. wachstum als ideologie der herrschenden, den randgestalten falsche hoffnung gebend, der umverteilung von unten nach oben dienend.

  2. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Konsum der Menschen herbeigeredet wird oder werden soll. Wenn ich mal irgendeine Nachrichtensendung aufschnappe: Konsum, Konsum, Konsum. Egal ob irgendwelche „Wirtschaftsexperten“ (früher nannte man das „stadtbekannte Säufer“), Politmafiosi oder Umfrageinstitute, alle reden sie eine angebliche Konsumlaune herbei, die ich real nicht nachvollziehen kann.

  3. konsum ist der neue punk 😉

    nein, ich kann mich cassiel nur anschließen: die menschen sind des ständigen konsumieren müssens bzw. sollens überdrüssig geworden. viele versuchen, ihre „überzeugung“ loszuwerden und sich wieder auf wesentlichere „dinge“ auszurichten.

  4. Vor allem, wenn die Mülltonnen viel zu klein sind… 😉

  5. falls es einer noch nicht kennt: http://futur2.de/2008/12/30/the-story-of-stuff/

  6. Steffino, vielen Dank für diesen Link. Kannte ich noch nicht. Das System leider schon zu genüge.

    Schöner Deppenfilm. Das erspart einem viele Worte in manch einem Forum.


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