Deutsche sparen wieder mehr Geld…

Die Deutschen sparen wieder mehr Geld. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden im 1.Halbjahr durchschnittlich 180 Euro im Monat zurückgelegt, rund zehn Euro mehr als 2007.

(Quelle der Meldung: ARD-Videotext, Seite 164, Stand 29. Oktober 2008 um 20.30 Uhr)

In so einer knappen Meldung zeigt sich der gesamte Mathematik- und Statistik-Missbrauch staatlicher Institutionen in der BRD.

Bevor ich zu diesem als Wissenschaft getarnten Bullshit, mit welchem der p’litischen Kaste etwas argumentative Schrotmunition zur Rechtfertigung der nächsten Grausamkeiten gegen die Menschen in Deutschland gegeben werden soll, ein paar sehr kurze Worte schreibe, nur eine einzige Frage an die Leser:

Ich persönlich kenne in meinem gesamten Umfeld keinen einzigen Menschen, der auch nur 10 Euro im Monat sparen könnte. Natürlich ist mein Umfeld nicht repräsentativ, aber es besteht auch nicht nur aus erwerbslosen und deshalb zum Vegetieren verdonnerten Menschen, es gehören auch Studenten, Rentner und einfache Malocher dazu. Und keiner von all diesen Menschen hat die Möglichkeit, Geld zurückzulegen, etliche kommen sogar trotz Lebensbedingungen, die Sehnsucht nach einer 50-Stunden-Woche wecken, nur mit Mühe über den Monat. Die permanente, oft schon über Jahre gehende Armut in Arbeit hat bei einigen dieser Menschen auch zu einer erheblichen Verschuldung geführt, und dieser Zustand macht die betroffenen Menschen beinahe beliebig ausbeutbar und erpressbar. (Ich habe hier durchweg die männlichen Formen gewählt, aber es sind natürlich auch Frauen darunter.)

Vielleicht lebe ich ja auf einem anderen Planeten als du. (Aber wieso wird so eine Frage denn auf deinem Planeten lesbar?) Wie viele Menschen kennst du, die jeden Monat auch nur die Hälfte von den hier postulierten 180 Euro sparen könnten?

In dieser Zahl, die von den BRD-Staatsmedien durch keine weitere Erläuterung relativiert wird, geht es um einen Durchschnittswert. Prächtig hat man sich der Aufgabe entledigt, eine „positiv“ klingende Meldung zu bringen; „die Deutschen“ (was für eine Zusammenfassung!) sparen wieder mehr. Aber dieser Durchschnittswert sagt gar nichts über die Verteilung der gesparten Beträge.

Nehmen wir mal ein ganz plumpes Beispiel. Wenn es in einer Stadt einen Milliardär gibt und zusätzlich noch 1000 Besitzlose, denn hat jeder von diesen Besitzlosen eine Million, wenn man so dreist mit dem Durchschnitt argumentiert. In dieser Situation würde die gleiche Meldung lauten: „Die Einwohner der Stadt verfügen im Durchschnitt pro Kopf über eine Million Euro.“ — ob die darbenden Armen wohl nur durch ihren leeren Bauch am Kotzen gehindert würden, wenn man ihnen mit Pseudowissenschaft und autoritären Zahlen so ins Gesicht spuckt?

Was hier einmal interessant wäre, das wäre zum Durchschnittswert die Standardabweichung. Und eine kleine Betrachtung, ein wie großer Anteil der Menschen in der BRD im Monat einen mindestens fünfstelligen Betrag sparen (man nennt das dann „anlegen“) kann, gegenübergestellt jenem Anteil der Menschen in der BRD, die von Monat auf Monat auf Pump leben müssen und sich dabei doch abplackern, dass das Unrecht zum Himmel schreit. Das Statistische Bundesamt hätte gewiss eine derartige Information zu bieten, sie eignet sich nur nicht dazu, die Menschen in Deutschland zu belügen.

Die einzige Aufgabe eines solchen Durchschnittswerts ist es, die Wirklichkeit in der BRD zu verbergen und den Menschen in das Gehirn zu ficken. Sonst merken die Opfer des laufenden gesellschaftlichen Prozesses noch, dass Beten allein nicht mehr hilft — und suchen hübsche Bäumchen aus, an denen der Strick keinen Ast ausreißt; der Strick für diese fettgefressenen und doch unersättlichen Arschlöcher, die auch noch unser aller Blut saufen würden, wenn es ihnen nur schmeckte. Frieden ist mit denen nämlich nicht mehr möglich, das beweisen sie jeden Tag aufs Neue.

4 Kommentare

  1. Gäbe es die von dir geforderte Statistik auch nur einmal hätten wir eine Revolution. Das Bundesamt für Statistik ist ein Bundesamt für Demagogie. Sie verstecken sogar Zahlen, damit du nicht mit der Wahrheit sondern nur mit ihren Lügen argumentieren kannst.

  2. Die Deutschen „sparen“ wieder mehr? Das liegt nur daran, dass die „Kauflaune“ der deutschen „Verbraucher“ gesunken ist.

    http://news.google.de/nwshp?hl=de&tab=wn&q=kauflaune

  3. Die verhältnismäßig kleine Gruppe die jetzt noch mehr spart, hat doch schon immer sparen können – im Zweifelsfall in Liechtenstein. Und sie kann sparen, weil immer mehr Menschen in Deutschland unter der Armutsgrenze leben und sich das gefallen lassen.

    Wie lange noch?

  4. Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast – wir haben gestern enen TV-Beitrag gesehen, wo ziemlich plausibel dargestellt wurde, welchen falschen Berechnungen wir Rauchverbot und Feinstaubplaketten verdanken. Deshalb müssen dann die armen Teufel, die nur statistisch was sparen können, auch noch ihr altes Auto verschrotten und sich vom nichtvorhandenen Geld ein „sauberes“ kaufen – obwohl nur ein minimaler Feinstaubanteil vom Straßenverkehr kommt.


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