Oh, die Tagesschau hat es gemerkt!

Zitat aus dem ARD-Videotext der Tagess(ch)au-Redaktion, Seite 130, Stand 20:30 Uhr:

Illegale Jobs in der BA-Jobbörse?

Huch, was für eine Neuigkeit! Die Bundesagentur für Armut und Elendsarbeit hat sogar schon so genannte Jobs als „Finanzmanager“ in ihrem Angebot gehabt. Der Job dieser Hilfsgeldwäscher sollte darin bestehen, Geld auf ihrem Konto entgegenzunehmen und bar weiterzuleiten. Immerhin, ein Gutes hat das für die neuen Armen in der BRD gehabt: Egal, ob sie wegen des Verstoßes gegen die Gesetze zur Kontrolle des Kreditwesens oder gleich wegen Geldwäsche verurteilt wurden, sie brauchten hinterher oft keine Miete mehr zu zahlen. Nur die Gardinen aus Stahlstangen, die waren ein bisschen unansehnlich.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt laut einem Zeitungsbericht über ihre Jobbörse illegale Stellen.

Der „taz“ zufolge enthält die Online-Datenbank der BA mehr als 50 Stellenangebote für telefonische Glücksspielwerbung. Diese Form der Lottowerbung ohne Einverständnis der Verbraucher ist je doch verboten.

Der Neuigkeitenwert dieser Mitteilung explodiert ja geradezu! Das ist so neu, dass man es schon vor einer Woche im Forum von antispam-ev.de lesen konnte. Aber wer aus der Journaille liest schon etwas im Internet, wo zurzeit nur eine recht engagierte Minderheit der Bevölkerung erreicht wird? Jetzt ist es jedenfalls auf tote Bäume gedruckt worden, und da muss der Bundesagentur für Armut und Elendsarbeit auch gleich die Möglichkeit zu einer Stellungnahme eingeräumt werden. Sonst zweifelt noch jemand von den medial verdummten Menschen in der BRD daran, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht.

Interessanterweise spricht im staatlichen Fern-Sähen aber niemand davon, dass die staatlichen Betreiber der Klassenlotterien hier ganz offenbar mit Firmen zusammenarbeiten, die illegale und zudem in ihrer Darreichungsform höchst widerwärtige Formen der Werbung betreiben. Hauptsache, das Geld fließt strömend in der Länder krankem Säckel, der Zweck heiligt schließlich die Mittel.

„Wir sind nicht verantwortlich für das, was dort eingestellt wird“, sagte ein BA-Sprecher tagesschau.de.

Stimmt. Bei der Bundesagentur für Armut und Elendsarbeit ist man nur dafür verantwortlich, jemanden der Obdachlosigkeit und dem Hungertod preiszugeben, wenn er die Annahme solcher Tätigkeiten verweigert.  :mrgreen:

Mann oh Mann oh Mann! Ist dieser namentlich nicht weiter erwähnten, mutmaßlichen Sommervertretung für eine eventuelle Restkompetenz kein besserer Spruch eingefallen?

Es ist in der BRD schon völlig ausreichend, ein ganz ordinäres und harmloses Webforum zu betreiben, in dem sich irgendein User mit einem zu allem Überfluss auch noch unbenutzten, aber registrierten Markennamen als Nick anmeldet, damit die nicht mehr blinde, sondern vom Geld verblendete Hure Justizia den Betreiber dieses Forums in teuerster Weise zur Verantwortung zieht. Und dieser Blähredner lässt so einen Furz raus! Erklärt seine Behörde, der die Verarmten immer behorchen müssen, einfach als „nicht verantwortlich“ dafür, wenn Menschen unter gar nicht sanftem Zwang in die Kriminalität vermittelt werden! Das Wort stimmt fast. Es müsste „unverantwortlich“ heißen, denn wäre es wieder richtig.

Man gehe aber allen Hinweisen nach und überprüfe ohnehin laufend die Angebote.

Klar, man überprüft laufend die Angebote. Wahrscheinlich mit der gleichen „Sorgfalt“, mit der die staatlichen Lotteriebetreiber in der BRD ihre Marketing-Gauner überprüfen. Da können wir ja alle beruhigt sein. Denn genau das sollen wir sein.

Kurz verlinkt (37)

Die Frankfurter Rundschau zu den wirkungslosen Sozialterror-Gesetzen einer rot-grünen Regierung unter Schröder und Fischer, die propagandistisch „Hartz IV“ genannt werden:

In jedem Fall geklärt ist die Frage, ob Hartz IV Arbeit schafft. Bei Anwälten, Richtern und in der Arbeitsmarktverwaltung wirkt die Reform tatsächlich wie ein gigantisches Beschäftigungsprogramm.

Tinnef (33)

Zeigen Sie ruhig mal Stacheln! Immer nur brav und angepasst sein - das geht auf die Dauer nicht. Diese Meinung vertritt auch das Igel-Paar, das Ihnen Mut macht, ruhig mal ein bisschen stachelig zu sein. Aus wetterfestem Kunststein, ca. 26x12x20 cm groß.

Beweisen Sie der Welt, dass sie dumm wie Kunststein und ohne eine eigene, persönliche Identität sind! Immer nur brav und angepasst sein geht ja auf die Dauer wirklich nicht. Aber da Ihnen jegliche Fähigkeit abgegangen ist, so etwas wie eine eigene Meinung als Ausfluss Ihrer Persönlichkeit zu vertreten, stellen Sie sich doch einfach dieses aus feinem Beton gegossene Igel-Paar in ihren Garten, ihren Vorgarten oder auf Ihrem Balkon. Damit dokumentieren Sie unübersehbar und leider auch ziemlich unverrottbar, dass Sie jede Weiterentwicklung Ihrer Persönlichkeit seit dem achten Lebensjahr kategorisch verweigern und in Ihrer unverschämt bescheidenen Infantilität keine Hemmungen haben, eine wehrlose Mitwelt ersatzweise mit hässlichem und teurem Tand zu verpesten. Vielleicht halten Sie das sogar für „stachelig“, weil Sie völlige Hirn- und Geschmacklosigkeit im Aufstellen industriell erstellten Kitsches mit so etwas wie einer eigenen Persönlichkeit verwechseln. Uns ist das scheißegal. Hauptsache, Sie kaufen diesen fabrikneuen Müll.

Quelle des Scans: das zurzeit übliche. Es ist ja nett, wenn andere mir solche Kataloge bestellen und zustecken, weil sie die Tinnef-Reihe hier so toll finden — aber irgendwie entsteht so der Eindruck, bei Ikea, Metro, Kaufhof, Quelle etc. gäbe es gar keinen Tinnef mehr. Und das ist falsch.

Lotto und Klassenlotterien

Beim folgenden Text handelt es sich um Paragraf 5, Punkt 3 des Glücksspiel-Staatsvertrages vom 1. Januar 2008, also um gegenwärtig geltendes Recht in der BR Deutschland:

Werbung für öffentliches Glücksspiel ist im Fernsehen (§§ 7 und 8 Rundfunkstaatsvertrag), im Internet sowie über Telekommunikationsanlagen verboten.

Ich bin natürlich kein Jurist, halte den Wortlaut dieser Regelung aber dennoch für eindeutig und völlig unmissverständlich. Es darf keine Werbung für Glücksspiel durch Werbespots im Fernsehen, über das Internet oder über einen unverlangten und in aller Regel auch asozialen und störenden Telefonanruf aus einem Callcenter geben. Diese Werbeformen sind somit illegal.

Interessanterweise scheren sich die Veranstalter der staatlichen Lotterien und des so beliebten Zahlenlottos 6 aus 49 einen Dreck um diese klare gesetzliche Vorgabe. Oder etwas präziser gesagt: Sie kooperieren schon seit längerer Zeit mit Partnern, die sich einen Dreck um diese klare gesetzliche Vorgabe scheren — und offenbar auch immer wieder einmal zum bewährten Mittel greifen, eines ihrer Opfer durch gezielte Einschüchterung und Angstmache zum Zocken bei den staatlichen Lotterien der BRD zu bewegen.

Und deshalb kommt es immer wieder zu teilweise stark drangsalierenden Anrufen aus den provisionsgeilen Elendsbüros irgendwelcher Callcenter. Der Antispam e.V. hat sich jetzt in einem offenen Brief an verschiedene Stellen gewandt, und dieser Brief ist wirklich lesenswert.

[…] Innerhalb unseres „Telefonspam“-Forums nimmt jedoch die unlautere Werbung für Klassenlotterien ganz offensichtlich den Löwenanteil ein. Der Anteil an Werbung für Reisen, Gewinnspiele, Zeitungsabonnements u.a. fällt demgegenüber deutlich zurück. Fest steht: gäbe es die Telefonwerbung für NKL/SKL-Lose nicht, wäre der Ärger nicht einmal halb so groß. […]

Besonders interessant wird es dort, wo im entsprechenden Thread des Antispam-Forums auch noch deutlich wird, dass ein Lotterieeinnehmer mit staatlicher Konzession offen über die Bundesagentur für Arbeit nach Gehilfen für sein ordnungswidriges Tun sucht. Ob wohl jemand sein ALG gekürzt kriegte, wenn er sich gegenüber der Bundesagentur für billiges Menschenmaterial weigerte, eine derartige, gegen geltendes Recht verstoßenede Tätigkeit aufzunehmen?

Die neuen Chaostage von Hannover

Es ist nun einmal eine Tatsache, dass sich angesichts der zunehmenden Verarmung und der geradezu explodierenden Inflation immer weniger Menschen leisten können, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Ebenfalls ist es kaum von der Hand zu weisen, dass der öffentliche Nahverkehr in Hannover ausgesprochen teuer und für immer mehr verarmte Menschen unbezahlbar geworden ist. Und es ist nun einmal eine andere, wesentlich erfreulichere Tatsache, dass gerade ein recht hübsches und warmes Sommerwetter ist. Tatsächlich hat die neue Armut unter diesen Bedingungen einen recht erfreulichen Nebeneffekt: Immer mehr Menschen besinnen sich darauf, was sie noch an billigen und kostenlosen Möglichkeiten haben und nutzen diese auch — übrigens mit oft sichtbarem Vergnügen.

Da muss doch gleich passend zum gerade vergangenen, traditionellen Wochende der „Chaos-Tage“ eine schäbige, ratsherrliche Stimme aus dem Sommerloch in die allzu willige Journaille rufen:

Fahrradchaos in der City - CDU-Ratsherr Seidel fordert ein Parkhaus für Zweiräder

Jawoll, ein „Fahrradchaos“ ist es, wenn Leute nicht mehr mit dem Auto in die Stadt fahren! Ganz große Wortkunst! Und wo ist das „chaotische“ an diesem „Chaos“? Natürlich darin, dass sich so ein Fahrrad wegen seiner recht geringen Sperrigkeit viel einfacher als ein Auto parken lässt und dass deshalb überall in der Innenstadt die Fahrräder stehen.

Da muss man doch ein Geschäft mit machen können!

Ganz tolle Idee: Einfach ein „Parkhaus“ für Fahrräder bauen. Natürlich kostenpflichtig, damit die neuen Armen doch noch ein bisschen abkassiert werden können. Und danach am besten das Abstellen des Fahrrades an der Straße verbieten, damit die neuen Armen auch für das „Parkhaus“ bezahlen. Und damit die Dümmeren unter den Menschen glauben, dass das einen wirklichen Vorteil hat, muss noch etwas von Bewachung gefaselt werden, die angeblich verhindern soll, dass die Drahtesel geklaut werden. Die beinahe vollständige Videoüberwachung in der hannöverschen Innenstadt ist dazu offensichtlich nicht imstande — schön, dass ganz nebenbei einmal klar wird, wie wenig von dieser angeblichen „Prävention von Straftaten“ in der Praxis so übrig bleibt.

Wer immer an einem solchen „Parkhaus“, wenn es denn demnächst einmal gebaut und seine Nutzung verpflichtend gemacht wird, seinen fetten Reibach schlürfen wird, er hat den ratsherrlichen Realsatiriker Seidel gewiss mit kleinen Zuwendungen gut zugeredet, auf dass er so im Rate und in der Lokalpresse rede.