Amok der Killerschulen

Auch wenn es ermüdet, ich muss angesichts solcher Meldungen noch einmal darauf hinweisen:

Fast genau ein Jahr nach der Bluttat von Emsdetten hat die Polizei einen Amoklauf an einer Kölner Schule verhindert. Im Zuge umfangreicher Ermittlungen sei das geplante Attentat an einer Schule im Westen der Stadt vereitelt worden […]

(Angesichts der unerfreulichen Tatsache, dass diese Meldung in etlichen verschiedennamigen Auswürfen der agenturzentral gleichgeschalteten Journaille der Bundesrepublik wörtlich identisch auftaucht, spare ich mir die sinnlos gewordene Quellenangabe.)

Wieder einmal suchte sich ein „Amokläufer“ eine Schule aus. Und. Damit einen Ort, wo Menschen zum ersten Mal soziale Selektion im Rahmen einer Zwangsveranstaltung und die gegen das Individuum gerichtet soziale Gewalt kennenlernen. Und. Zwar als Opfer. Bevor. Sie zum Täter werden.

Wenn einer dieser Mordläufer irgendwelche Spiele gespielt oder irgendeine besondere Musikrichtung gehört hat, betrachte ich das als Zufall. Er hat gewiss auch Döner gegessen und andere Aspekte der gegenwärtigen Massen-„kultur“ mitgemacht. Aber die Tatsache, dass alle diese „Amokläufer“ sich eine Schule aussuchen, um ihrer blinden und hilflosen Wut Ausdruck zu verleihen, die ist überdeutlich. Und sie ist ein deutliches Spiegelbild der schrecklichen psychischen Gewalt, die jungen Menschen jeden Tag unter den Bedingungen der Zwangsbeschulung widerfährt und die nicht das geringste mediale, geschaftliche oder p’litische Interesse findet.

So viel auch entgegen aller Äußerungen von „Amokläufern“ von „Killerspielen“ gefaselt wird, es handelt sich nur um die Auswirkungen der „Killerschulen“ in der BRD und um sonst gar nichts.

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7 Kommentare

  1. Dazu gerade den korrespondierenden Beitrag gefunden:
    „Das Schulsystem ist demokratiewidrig“

  2. […] Vieles hat sich seitdem nicht verändert. Mal schauen, wann die nächste Sensationsmeldung gebracht werden kann — vermutlich wieder von einer Schule, dem Ort, wo dem erwachenden Individuum die gesamte Wucht der gesellschaftlichen Gewalt entgegen gebracht wird. Es wird bei solcher systematischer Verdrängung gesellschaftlicher Missstände nicht so schnell die letzte Schule geben, die von verzweifelter Mordswut eines Verlierers betroffen wäre. […]

  3. […] hingegen nicht weiter gedeutet, man spricht lieber von “Killerspielen” als von “Killerschulen“. Die Konditionierung der Menschen in der BRD ist schließlich das Ziel der medialen […]

  4. […] Verbot der von euch so genannten “Killerspiele” — weiter zu kriminalisieren. Die Killerschulen werden wohl noch so manches Opfer kosten, und ein Gutteil des dabei vergossenen Blutes klebt an […]

  5. […] an einer Schule entladen hat, diesem unsäglichen Ort der gesellschaftlichen Siebung. Das ist das gemeinsame Muster in solchen verzweifelten Mordtaten, und es wird in den nächsten Tagen auch wieder alles dafür getan werden, dass dieses gemeinsame […]

  6. […] die Killerschulen sind nicht “abartig und gefährlich”, jedenfalls nicht nach Meinung von Herrn Rech. Der […]

  7. […] so genannten zivilisierten Welt ein so genannter “Amokläufer” schwer bewaffnet in eine Schule geht und dort mit gezielten, gut geübten Schüssen Kinder — hach, so unschuldige Kinder! […]


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