Die Konsum-Klima-Katastrophe

Die Website der Nachrichten-Sendung des BRD-Staatsfernsehens ARD übt sich einmal mehr in wirtschaftshöriger Propaganda, nach der sich alle richten sollen. Es wird nicht nur temperaturmäßig kühler im November, es ist auch das  „Konsumklima“ für November kräftig gesunken.

Die deutschen Verbraucher sind im Hinblick auf die Entwicklung ihrer eigenen finanziellen Situation zunehmend verunsichert.

Nein, sie sind nicht verunsichert, sie haben inflationsbereinigt immer weniger Geld in der Tasche. Da kann einer noch so optimistisch sein, für sein sonniges Gemüt kann er nichts kaufen. Es geht hier nicht um zunehmende Verunsicherung, sondern um zunehmende Armut, die jetzt auch in Gesellschaftsschichten ankommt, in denen man dies vor ein paar Jahren nicht erwartet hätte.

Wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte, beurteilen die 2000 Befragten vor allem ihre Einkommensaussichten skeptisch und zögern daher bei Anschaffungen.

Wie  eine wirtschaftsprostituierte Bullshit-Fabrik mitteilte, kaufen die Menschen aber nicht wegen ihrer zunehmenden Armut immer weniger, sondern einfach nur, weil sie skeptisch sind. Da wird es doch höchste Zeit, dass man den BRD-Einwohnern ein richtiges quietschegelbes Optimismus-Programm verordnet, und schon geht es wieder aufwärts.

[…] Die Angst der Verbraucher vor steigenden Preisen und damit Einkommensverlusten habe die Stimmung merklich gedämpft, teilten die Marktforscher mit.

Den zunehmenden Existenzängsten, von denen angesichts steigender Preise, sinkender Löhne, schwindender Ersparnisse und unsicherem Arbeitsplatz immer mehr Menschen in der BRD betroffen sind, begegnet man am besten durch Zusatz von Psychopharmaka im Trinkwasser. Denn kaufen sie auch wieder jede Menge Tinnef, und darauf kommt es schließlich an.

Der Teilindikator für die Erwartung der eigenen finanziellen Lage sank auf minus 0,7 von 2,3 Punkten im September und liegt damit nun weit unter dem Vorjahreswert.

Der Indikator für die Vernuft, der sich darin äußert, dass man die Versprechungen der Wirtschafts-Lobbyisten nicht mehr für bare Münze nimmt, ist kräftig gestiegen und liegt erwartungsgemäß deutlich über dem Vorjahreswert. Auch die Dümmsten kriegen mittlerweile mit, was sie von solchem Geschwätz zu halten haben.

Noch kräftiger sank der Indikator für die Anschaffungsneigung, der anzeigt, ob die Verbraucher größere Anschaffungen planen. Der Wert verringerte sich auf minus 12,9 von minus 2,4 Punkten.

Ebenfalls kräftig gestiegen sind die Anschaffungswiderstände für diveser Güter, die in volkstümlicher Sprache als „Preis“ bezeichnet werden. Dies gilt in besonderer Weise für Lebensmittel, Wohnungskosten, Energiekosten und andere Aufwändungen, die kein Mensch vermeiden kann. Durch zunehmende Privatisierung wird sich dieser für die Ausbeuter und Vampire erfreuliche Aufwärtstrend auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Ein Ende der gegenwärtigen P’litik der Volksverkäufer Volksvertreter zeichnet sich nicht am Horizont ab.

Viele Verbraucher befürchten demnach, dass sie künftig unter anderem für Lebensmittel, Strom, Gas, Benzin und Heizöl mehr aufwenden müssten und daher weniger Geld etwa für Anschaffungen hätten.

Viele Menschen,  ob sie sich nun durch die Reduktion auf das „Verbrauchen“ beleidigt fühlen oder solche Barbarei gar nicht mehr wahrnehmen, ziehen daraus völlig logische Schlüsse…

„Neben bereits deutlich angehobenen Lebensmittelpreisen werden die Konsumenten offenbar derzeit von den hohen Energiepreisen sowie der Ankündigung von Strompreiserhöhungen diverser Anbieter verunsichert“, stellte die GfK fest. Die besseren Aussichten wegen der jüngsten Tarifabschlüsse sowie der Entspannung am Arbeitsmarkt würden durch das Thema Inflation überlagert.

…und entwickeln berechtigte Ängste. Gut ist aber für die Nutznießer dieser Entwicklung, dass immer noch zu viele Menschen glauben, dass sie in ihrem elenden Nutzleben noch etwas zu verlieren hätten, sonst würde sich gewiss ein wirksamer Widerstand entwickeln. Widerstand, der zu keinen Abstrichen am eigenen Leben mehr bereit ist, solange bei den Wirtschaftsverbrechern in der BRD eine schamlose Mentalität der Selbstbedienung und bei ihren p’litischen Schergen in der BRD ein Hang zum völligen Ausverkauf Deutschlands vorliegt.

Deshalb muss mit der alldurchwaltenden Propaganda, die über alle Medien transportiert wird, weitergemacht werden. Denn…

Insgesamt rechnen die Verbraucher aber auch künftig mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung. Der Indikator für die Konjunkturerwartung sank zwar um 1,6 auf 39,1 Punkte, liegt aber mehr als 30 Punkte über dem Vorjahresniveau. Dies zeige, dass die Konjunkturstimmung nach wie vor positiv sei.

…sie wirkt immer noch. So lange die Menschen auf etwas hoffen, kann ihr Lebensrecht weiterhin mit Füßen getreten werden. Mit den ganzen Zahlen und Worthülsen klingt das Zeug zwar hoch wissenschaftlich, ist aber der reinste Aberglaube und hat eben so viel affektive Kraft wie ein Aberglaube.

Deshalb auch diese Sprache in der staatlich verbreiteten Propaganda, die vom „Klima“ und von der „Verunsicherung“ spricht, wo zunehmende Armut und Aussichtslosigkeit gemeint sind; die von „Punkten“ spricht, wo sich die Lebensbedingungen für die Menschen in der BRD kontinuierlich verschlechtern; die von „Stimmung“ spricht, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Mit einem solchen Gehirnpflug kriegt man es schon hin, Deutschland auf den Stand eines Entwicklungslandes zu bringen — einschließlich unterbezahlter Elendsarbeit, katastrophalen zwischenmenschlichen Zuständen und großer Angst bei den dort lebenden Menschen. Das sind ideale Bedingungen für jene Schurken, die Menschen einfach nur als Batterien im betrieblichen Produktionsprozess betrachten, die man einfach austauschen und wegwerfen kann, wenn sie erschöpft sind.

Die Umgestaltung des Staates nimmt diesen Zustand ja schon vorweg. Die offen propagierte Entwicklung der Staatsgewalt ist eindeutig. Zum einen soll es immer weniger Staat geben, immer mehr auf die Wirtschaft verlagert werden. Aber dazu soll es immer mehr direkte Gewalt gegen die Menschen geben. Schon jetzt werden Menschen für einen bloßen Verdacht in das Gefängnis gesteckt oder müssen so einen demütigenden Eingriff in die Privatheit wie eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen; schon jetzt wird massiv bespitzelt, damit sich niemand mehr unbeobachtet fühle; schon jetzt ist eine seltsame Angst und ein Flüsterton dort eingetreten, wo eigentlich offenes menschliches Miteinander sein sollte.

Wer meint, dass sein bloßes, bewusstes Leben Grundlage für ein ganz anderes, unabdingbares Lebensrecht ist, der sollte aufstehen. Und sich widersetzen. Und zwar energisch. Bevor es wirklich zu spät ist.

Denn der Kampf für die Freiheit ist der vielleicht einzige Kampf, zu dem es keine Alternative gibt.

3 Kommentare

  1. Warte mal, wenn dies ein strenger Winter wird, was ich denke und erwarte und die ersten Omas in ihrem Kämmerchen erfrieren. Gott sei Dank, sind bald Wahlen! Hoffentlich wirds besser?!

  2. hey – hier gehts um ein ernstes theme! schließlich haben konzernbosse echte existenzschwierigkeiten!

  3. […] der mediale und politische Aufschrei bei einem Einbruch des Konsumklimas größer ist als bei Themen bezüglich des Klimawandels, wird die einzige ehrliche […]


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