Wie man in Deutschland verdächtig wird

Manche Menschen glauben ja immer noch, dass der zunehmende Datenhunger der verschiedenen polizeilichen und geheimdienstlichen Behörden in der BRD etwas relativ harmloses sei, von dem nur wenige Menschen betroffen sein werden. Und die p’litische Kaste der BRD tut mit hinterfotzigen Lügen und Fehlinformationen alles dafür, dass möglichst viele Menschen in dieser Illusion bleiben. Wer immer noch blind seinen Führern vertraut, der sollte einmal einen Blick in das Journalismus-Surrogat des Focus im Internet werfen:

Die Internetnutzer hatten sich auf der Webseite des Bundeskriminalamts über die linksextremistische „Militante Gruppe“ informiert, meldet der „Tagesspiegel“. 417 Surfer sind ins Visier der Beamten geraten, 120 kennt das BKA bereits mit Namen. Sie hatten in einem bestimmten Zeitraum einen Fahndungsaufruf nachgelesen. […]

Oder kurz zusammengefasst: Für die Bullen in der BRD ist man bereits dann verdächtig, wenn man sich auf offiziellen Websites der Polizei über eine aktuelle Fahndung informiert. Und dieser Verdacht ist dann groß genug, um mit dem polizeilichen Mittel der Anforderung der Einwahldaten vom Zugangs-Provider aus der IP-Adresse mal eben die Person ermitteln zu lassen. Und solchen Behörden sollen jetzt noch weitere Kompetenzen gegeben werden, damit sie hier in aller Ruhe eine neue Gestapo aufbauen können!

Das kann wirklich jeden treffen. Und. Es schafft Umstände, unter denen Menschen jedes kritische Wort und jedes Sich-Informieren als Gefahr betrachten müssen, in das Visier der neuen Gestapo nach Schäubles Geschmack zu kommen.

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5 Kommentare

  1. Einer der Gründe warum ich offiziell verstaatlichte Webseiten nichtmal mit einem Stock ansurfen würde.

  2. Bald wirst du deinen eigenen Computer nicht mehr mit dem Stock anfassen fuerden…

  3. Etwa drastisch, aber es ist viel wahres dran. Vor allem die Tatsache, dass gewisse Tendenzen hin zu mehr staatlicher Überwachung und Kontrolle uns alle angehen.
    Ella: Das wäre ja noch schöner. Was du beschreibst, läuft bei mir unter Selbstzensur, und da bin ich massiv gegen. Ich informiere mich noch immer, wo und wie es mir passt. Dazu gehört auch, die staatliche Seite zu kennen, wie ich finde.

  4. […] Wie man in Deutschland verdächtig wird […]

  5. Gut. Ich habe ein wenig Angst davor. Der Staat speichert alle Internetseiten (u.a.) auf denen in gewesen bin. Ich gehe also auf die Hompage der AntiFa und der Staat wird mich mein restliches Leben als Linksradikal abstempeln? Angenommen ich werde von einem Rechtsradikalen angeklagt, ich hätte sein Auto demoliert. Er stellt an mich eine Schadensersatzforderung von 10.000 Euro weil ich zufällig neben ihm wohne und nicht zu den Treffen der NPD aufkreuze. Ich bin nicht bereit zu zahlen, da ich nichts getan habe. Es geht vor Gericht und jenes befindet mich für schuldig, da ich schließlich ein „linksradikaler mensch“ bin – da ich ja schon einmal auf der Homepage der AntiFa war – und somit ein Motiv habe, das Auto meines Nachbarns zerstört zu haben. Natürlich ist das Beispiel übertrieben. Aber wird es nicht im Endeffekt genau so sein?


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