Kurz verlinkt (20)

Fefe über die Antworten der Gestapo des BRD-Innenministeriums an das Bundesjustizministerium und an die SPD-Fraktion:

Diese Analyse der RFS (Disassembling) wird jedoch durch die Verwendung kryptographischer Methoden nahezu unmöglich gemacht.

An dieser Stelle hätte man nicht tiefer ins Klo greifen können. Dieser eine Satz reicht, um ihnen sämtliche auch nur in Resten von Fetzen vorhandene Sachkenntnis pauschal abzusprechen. Das ist so grotesk falsch, daß man sich ab dieser Stelle gar nicht mehr inhaltlich mit ihrem Geschreibsel beschäftigen muß, man kann sich auf den Stil beschränken. Und der bietet auch noch genug Angriffsfläche.

So paßt das ja überhaupt nicht mit meinem Bild der Sicherheitsbehörden zusammen, daß sie meine Sicherheit senken anstatt sie zu erhöhen. Daher war eine der Fragen, wie sie denn ihre Spyware gegen Mißbrauch durch Dritte sichern wollen. Die Antwort ernüchtert.

Die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern verfügen grundsätzlich über genügenden Sachverstand.

Sie halten sich schlicht für unfehlbar. […]

Ach ja, die beiden Dokumente kann man nicht etwa beim Webserver einer Bundesbehörde runterladen, sondern bei Netzpolitik.org — dort bekam man die Dokumente von einer anonymen Quelle zugesteckt. In der BRD klappt das eben nicht mit dem Informationsfreiheitsgesetz, ist ja kein richtiger Rechtsstaat.

Schon nach kurzem Überfliegen kann ich sagen, dass sich die Lektüre lohnt. Für einen Informatiker ist das offizielle und hochnotpeinliche Geschreibsel von Schäubles Behörde so etwas wie eine Sammlung von dummen Witzen, in der es immer noch ein bisschen dämlicher werden kann. Aber auch ohne informatisches Verständnis sollte jeder die ganze Wucht der Inkompetenz, Bedenkenlosigkeit und mit rationellen Argumenten nicht mehr erreichbaren Selbstgewissheit wenigstens erahnen können.

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1 Kommentar

  1. Besonders nett ist das in usammenhang mit der chinesischen Online-Durchsuchung bei der Bundesregierung.

    Da könnte man fast meinen, die deutschen Sicherheitsbehörden wären wirklich so blöd wie sie tun. Ich verstehe aber überhaut nicht, warum das Kanzleramt das nun Spionage und nicht ausländische heimliche Online-Durchsuchung nennt. ^^

    So recht glaube ich den Leuten von Schäuble aber trotzdem nicht, dass die doof sind. Ich glaube eher, die stellen sich mit so witzigen Schreiben einfach nur doof und wissen ganz genau, dass sie mit solchen platten Lügen beste Chancen haben, die staatliche Lizenz zum Hacken von Oppositionellen in Deutschand inklusive der dafür vorgesehenen 100 Mio Euro Budget zu bekommen.


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