GEZ: Grüßt euch, Zensoren!

Seit der Einführung der Zwangsabgabe für Computerbesitzer ohne Rundfunkgerät zur Finanzierung des staatlichen Rundfunks der BRD erfüllt mich jede schlechte Presse über die Kölner GEZapo des BRD-Rundfunks mit tiefer Dankbarkeit. Deshalb sei hier auch kurz erwähnt und verlinkt, wie heise online über einen Versuch der Zensur missliebiger Auffassungen über die GEZ berichtet — ein paar Kritiker des Gebührengrabsches im Internet sollen verpflichtet werden, die staatlich gewünschte Wortwahl verwenden und in Zukunft für jede unerwünschte Wortverwendung teuer zahlen:

Im Detail stört sich die GEZ noch an einer Vielzahl von Begriffen […]: soll es das Berliner Portal unterlassen, den landläufig genutzten Begriff „GEZ-Gebühren“ zu verwenden und stattdessen von „gesetzlichen Rundfunkgebühren“ sprechen. Die „GEZ-Anmeldung“ solle bitteschön „gesetzlich vorgesehene Anmeldung von zum Empfang bereit gehaltener Rundfunkgeräte“ heißen, ungeachtet der Tatsache, dass auf dem entsprechenden Formular (PDF-Datei) links oben „GEZ“ und weiter rechts „Anmeldung“ steht. Ein „GEZ-Brief“ wird im öffentlich-rechtlichen Neusprech zu einem „Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird“.

Wer aber glaubt, dass hier jetzt der große Rundumschlag droht und fortan auch die faktisch gleichgeschalteten und recht staatstragenden herkömmlichen Massenmedien in einem Ton über diese Abzockorganisation berichten müssen, der an gewisse „realsozialistische“ Bandwurmsätze aus der Aktuellen Kamera erinnert, der hat sich getäuscht:

[…] Ob ähnliche Forderungen künftig auch den Redaktionen von Spiegel, Focus oder Süddeutsche Zeitung ins Haus stehen, wollten die Kölner auf Nachfrage nicht sagen.

Willkommen in der BRDDR, die aus beiden p’litischen Systemen jeweils das Schlechteste übernommen hat. Hier wächst zusammen, was schon für sich allein zum Kotzen war.

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6 Kommentare

  1. […] wo wir es kürzlich erst von Bürokratismus und Verfügungsgewalten hatten, hier eine weitere Blüte behördlicher Demenzerscheinungen: Die GEZ will diktieren, wie man über sie zu sprechen hat. […]

  2. akademie.de hat’s ja auch nur erwischt, weil die die GEZ als das entlarvt haben was sie ist und dazu noch massive Hilfestellung für den unbedarften Bürger wie er sich gegen ungerechtfertigte Gebührenforderungen zur Wehr setzen kann,
    Die Massenverdummungsmedienmafia. die sich in vornehmer Kritikzurückhaltung gegenüber der GEZ üben (selbst die Kommerzsender), bleiben selbstverständlich verschont. Und im WDR darf selbst ein Volker Pispers in den Mitternachtsspitzen von „GEZ-Gebühren“ sprechen.

    Für mich ist dieser Zensurversuch der Ritterschlag der institutionellen Diktatur für akademie.de – es wird nur versucht mit dem Schwert die Abkürzung zwischen den beiden Schultern zu nehmen,

  3. […] mahnt Webseite wegen Begriff “GEZ-Gebühr” ab https://wwwut.wordpress.com/2007/08/24/gez-grust-euch-zensoren/ […]

  4. Wobei es sich doch um gängige Begriffe des alltäglichen Sprachgebrauchs handelt. Ich bezweifele stark, dass so etwas abmnahnfähig ist…. eher lächerlich

  5. […] die GEZ? Weil sie uns in den letzten Tagen doch sehr zum Lachen gebracht hat. Es ist vielleicht an der Zeit, sich für diese amüsanten Augenblicke zu […]

  6. […] benutzen; YouTube; alle Programmierer und Anwender von Freier Software; Anwender von Yahoo; Menschen, die die von der GEZ eingezogene Gebühr eine GEZ-Gebühr nennen; alle Google-Anwender; alle Programmierer und Nutzer von Computerspielen; Journalisten; alle […]


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