Brief an Ratze (1)

Hallo Joseph Alois,

Papst Benedikt XVI in aller seiner angemaßten Heiligkeitach, ich hab das ja ganz vergessen, du nennst dich jetzt ja Benedikt. Und denn auch noch mit so’ner Zahl dahinter, als wärst du eins meiner unsicheren Passwörter. Sorry, ich bin noch nicht so alt wie du, ich komm bei solchen Ritualen in deinem Mafiaverein noch nicht mit.

Für mich bleibst du immer Joseph Ratziger, der Fels in der erodierenden Brandung der Vernunft. Du bist in deiner Rolle so richtig deutsch (und zwar im übelsten Sinn des Wortes, also bayerisch); so richtig kalt und Menschen verachtend und zu allem entschlossen. Du weißt, wo es der Welt juckt, und du bist gern bereit, sie zu kratzen — selbst wenn dabei so ein paar unbedeutende Leutchen abkratzen müssen. Sogar, wenn du dich dabei dich selbst beschießt, wirkt das noch so richtig deutsch.

Mord und Totschlag und KulturunterdrückungJa, der Selbstbeschuss, der muss gekonnt sein. Heute hast du mir echt einen trüben Tag gerettet mit deinem Beitrag zum interkulturellen Dialog. Komm, du weißt schon, dein heiliger Redefurz in Brasilien voller hl. röm.-kath. Kontinuität. Der war echt gut, ich wusste gar nicht, dass du so ein guter Satiriker sein kannst. Da bist’e echt ein Naturtalent. Das muss an der Religion liegen, der du vorstehst.

Das war wirklich ein Volltrottel Volltreffer! Die hl. röm.-kath. Kirche hat sich also den Ureinwohnern Südamerikas nicht aufgezwungen, ganz im Gegenteil, die von Völkermord, Raub und Kulturvernichtung aus niedersten Motiven heimgesuchten Menschen haben sich die Religion ihrer mörderischen und goldgeilen Gewaltherren geradezu herbeigesehnt. Natürlich nur „still“, versteht sich — das erklärt auch gleich, warum kein Opfer der damaligen Zwangsmissionierung mit Blei und Pulver jemals so etwas geäußert hat. Und damit nicht genug, natürlich wurden die eigentlichen Amerikaner — also nicht die, die sich jetzt Amerikaner nennen — durch deinen hl. röm.-kath. Jesusverkauf erlöst.

Sag mal, Ratze, könntest du mir einen Gefallen tun? Könntest du einen Job bei der NPD annehmen und dort Geschichte klittern? Du hast ja richtig Talent dazu. Du brauchst nur mit deiner angemaßten Heiligkeit zu verkündigen, dass die ganzen Schwulen, Kommunisten, Anarchisten und Juden sich die Zustände des dritten Reiches still herbeigesehnt hätten. Denk doch nur mal daran, dass du damit längst verloren geglaubte Schäfchen in die Arme deiner Kirche zurücktreibst! Und was die Schwulen, Kommnisten und Anarchisten betrifft, sind dein hl. Bild und deren p’litisches Bild ja durchaus ähnlich, nur für die Juden müsstest’e einen kleinen Griff in die ruhmreiche, gottgewirkte und hl. Kirchengeschichte tun und alte, vielfach schon vergessene hl. Lehren hervorkramen. Das fällt dir als geübten und gelehrten Theo-Lügner doch bestimmt leicht, oder?

Und immer daran denken: Die wurden erlöst. Verstehst du: erlöst.

Dein ungläubiger Elias

10 Kommentare

  1. Heftig mehr sag i net und des als astreiner bayer sogar 😀

  2. Wie war das doch noch: Die Kirche hat immer nur solange gegen die Mächtigen gekämpft, bis sie selbst ausreichend Macht erlangte.

    Gruß

    Alex

  3. […] aus niedersten Motiven und der weit gehenden Vernichtung ganzer Kulturen von sich gibt, dass die amerikanischen Ureinwohner die Ankunft der christlichen Priester “still herbeigesehnt” hätten, denn kann ich nicht widerstehen, ein interessantes Dokument aus jener Zeit zu […]

  4. —-
    Wussten Sie, dass die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr Subventionen von über 14 Milliarden Euro an die Kirchen bezahlt? (Ein erster Überblick siehe unten) Dass also wir alle, die Bürger dieses Landes, dieses Geld bezahlen, gleich welchen Glauben wir haben?
    —-
    weiter… http://www.stop-kirchensubventionen.de/

    Kirchen – Vom Staat subventioniert (ARD-NDR, Panorama) Teil 1

    Kirchen – Vom Staat subventioniert (ARD-NDR, Panorama) Teil 2

    der ganz normale wahnsinn halt…

    greetz

  5. […] 17. Mai 2007 Posted by 124c41 in Hirnensänger. trackback rotze ratze volLehr tükke in die bHirrne einäH […]

  6. […] Inhalt nicht passt, und beizeiten sie lügen wie gedruckt. Zumindest letzteres schließt Papst Benedikt XVI. mit ein, nicht nur in seinem […]

  7. […] ich schon damit anfange, Brieflein an Ratze zu […]

  8. Naya, sehr nett ist das ya nicht, wie du da über Josef sprichst…
    Entspricht nicht ganz meiner Meinung, aber kanns nicht abstreiten dennoch kurz gelächelt zu haben xD.

    Grüße aus Bayern,
    Dominik Ratzinger

  9. xD 😀 *Fg*

  10. in Bezug auf die „stille Herbeisehnung“ und so manch braune Verquickungen des BenConfetto, so so las ich kürzlich ein Zitat, welches den Aussagen gegenübergestellt wurden die teils idente Wortwahl fanden, über so schrieb ein deut/ö Politiker der 30er& 40er Jahre in seinem kämpferischen literarischen Werk, genau den selben Schmafu nur dass sich dort alle schon vorweg die polit. Veränderung herbeisehnten. muss irgendwo ganz am anfang stehen.
    Zufälle gibts


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