Kurz verlinkt (8)

Wunderbar, was Spiegelkritik hier über den alltäglichen Sprachfick eines ehemaligen Nachrichtenmagazins schreibt:

Wenn die Spiegel-Online-Redaktion tatsächlich nicht in der Lage sein sollte, die Unrechtmäßigkeit der Guantanamo-Prozesse zu recherchieren und sie deshalb nur von umstrittener Rechtmäßigkeit berichten kann, sollte künftig auch von der „mutmaßlichen Bundeskanzlerin Angela Merkel“ geschrieben werden — sicher ist sicher, und landestypische Auffassungen von Bundeskanzlerschaften werden so respektiert.

Wenns nicht so deprimierend wäre, man könnte darüber lachen. Wenn dieser einst einigermaßen zuverlässige Auswurf der Journaille so weiter macht (der Trend hält schon seit Jahren an), dann werden die denkenden Leser auch wegrennen, wenn sie demnächst das Archiv der Online-Ausgabe wieder kostenlos nutzen können.

1 Kommentar

  1. Die Frage der Unrechtmäßigkeit von Folterhaft ist nicht umstritten, sondern vollkommen eindeutig zu beantworten. Nach deutschem Recht ist Folterhaft ein Verstoß gegen das absolute Verbot der Folter. Dieses Verbot ergibt sich bereits aus der Menschenwürde nach Art. 1 Grundgesetz. Ein absolutes Recht, das auf gar keinen Fall beschränkt werden darf. Das ergibt sich auch aus Art. 5 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

    »Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.«

    Diesbezüglich gibt es überhaupt keine Frage, dass die Inhaftierung von Murat Kurnaz rechtswidrig war. Denn nach meinem Kenntnisstand wird gar nicht bestritten, dass er gefoltert wurde. Im übrigen ist eine Haftdauer in diesem Umfang von mehreren Jahren mit Sicherheit rechtswidrig, denn es gab keine Anklage, keinen Richter, keinen rechtsstaatlichen Prozess.

    Es ist einfach peinlich, wenn das stimmen sollte, dass ein bekanntes Nachrichtenmagazin aus Hamburg so wie oben dargestellt berichten sollte.

    Aber ich lese den Spiegel sowieso schon seit mehreren Jahren nicht mehr, bin immer wieder erstaunt, wie häufig der Spiegel im Internet auch von Weblogs verlinkt wird. Auf solche Hyperlinks klicke ich nicht, mir ist der Spiegel so oder so egal, denn es handelt sich beim Spiegel möglicherweise um ein Propagandablatt unserer heimlichen Herrscher. Aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Meinung vertretbar sein könnte, bein Spiegel handle es sich um ein Nachrichtenmagazin.


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