Deutscher Geheimdienst macht Verhöre in KZs

Nur mal kurz angemerkt, was heute in der Online-Präsenz der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist:

Er [gemeint ist August Hanning, der damalige BND-Chef – meine Anmerkung] bestätigte, dass die Befragung von Kurnaz durch zwei BND-Mitarbeiter und eines Verfassungsschützers im September 2002 in Guantánamo keine Erkenntnisse über dessen Verstrickung in die Terroristenszene in Pakistan und Afghanistan ergeben habe. Kurnaz sei nicht in einem Ausbildungslager gewesen, habe sich nicht den Taliban angeschlossen und nicht in Afghanistan gekämpft. Das seien wichtige Erkenntnisse gewesen.

August Hanning bestätigt dabei noch etwas anderes. Er bestätigt, dass sowohl der BRD-Auslandsgeheimdienst als auch der Inlandsgeheimdienst, der so genannte „Verfassungsschutz“ keinerlei Probleme damit zu haben scheinen, einen illegal und völkerrechtswidrig verschleppten Menschen in einem US-amerikanischen Konzentrationslager zu verhören. Das wussten wir zwar schon vorher, aber es ist doch etwas anderes, es aus diesem Munde zu hören.

Wenn er auch eine kleine Einschränkung macht, dieser zynische Scherge eines Unrechtssystems und Vertreter eines geheimen Polizeistaat jenseits der im Grundgesetz festgeschriebenen Grundrechte:

[…] Hanning betonte, er habe es damals nicht für möglich gehalten, dass auf Guantánamo gefoltert werde […]

Klar, das hat er „nicht für möglich gehalten“. Wer würde das nicht sofort glauben? Bei so einem gewiss gut informierten Spitzenmann eines Auslandsgeheimdienstes? Ich halte es übrigens kaum für möglich, dass solche Verbrecher frei rumlaufen dürfen – leider dürfen sie das trotzdem und werden auch noch mit großer Achtung behandelt.

2 Kommentare

  1. […] deutschen Reiches Folter als adäquates Mittel ansieht um Informationen zu gewinnen oder dass die Geheimdienste des Vaterlandes in amerikanischen KZs Gefangene verhören und sie zumindest durch Unterlassung der Folter auszusetzen. Köln – Die Frau, die halbnackt am […]

  2. […] Menschen foltern darf, um an ein paar Informationen zu kommen. Das ist ja auch viel einfacher als die Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Foltercamps und Konzentrationslagern. Leider ist nicht zu erwarten, dass diese moderne, Gestapo-ähnliche Institution, die sich […]


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