Zwei Meldungen

Die Content-Industrie der BRD hat heute zwei bemerkenswerte Meldungen zu Nachrichten gemacht, nach denen sich alle richten sollen. In der Gegenüberstellung dieser Meldungen zeigt sich der momentane Zustand des Rechts und der Gesellschaft der BRD. Dies sind die Meldungen:

  1. Peter Hartz, Hurenvermittler bei VW und kaum überbietbare Symbolfigur der Korruption und schleichenden Euthanasie ärmerer Menschen in der BRD unter dem Schröder-Regime, hat nach nicht-öffentlichen Verhandlungen am Rande des Prozesses um die von ihm begangene Untreue im Volumen vieler Millionen Euro eine Bewährungsstrafe bekommen.
  2. Einer Umfrage unter der Bevölkerung der BRD zu Folge ist eine deutliche Mehrheit der Menschen in der BRD gegen eine Begnadigung für die seit beinahe dreißig Jahren inhaftierten Freiheitskämpfer der RAF.

Die von Peter Hartz wesentlich mitgestaltete P’litik des Schröder-Regimes hat in meinem direkten Umfeld zwei Selbstmorde zur Folge gehabt. Des weiteren durfte ich erleben, dass arme und schwer kranke Menschen sich lebensnotwendige medizinische Behandlungen nicht mehr leisten konnten; ich durfte erleben, dass eine Rentnerin, die nach dem zweiten Weltkrieg mitgeholfen hat, Deutschland aus den Trümmern neu aufzubauen ihre ebenfalls lebensnotwendigen Medikamente nicht mehr bezahlen konnte und deshalb in ihrem Umfeld betteln musste; ich durfte erleben, dass junge Familien mit Kind nach dem Abbau staatlicher Geldleistungen zur Minderung der Armut (das Wort „sozial“ vermeide ich in diesem Zusammenhang bewusst, da es zynisch ist) nicht einmal mehr das Geld zum Bezahlen ihrer Stromrechnung übrig hatten. Ich durfte so vieles in dieser Richtung erleben, dass wahrscheinlich die Datenbank dieses Blogs explodieren würde, wenn ich es alles mal kurz anspräche.

Deshalb fasse ich mich kurz: Ich durfe erleben, wie die Geldhaber noch reicher wurden und wie die Armen dafür noch ärmer gemacht wurden. Und ich durfte dabei auch ein paar Begräbnisse besuchen; anonymes Verscharren auf der immer breiter werdenden grünen Wiese in den großen Friedhöfen versteht sich, die Entsorgung der Armen. Die Hartz-Reformen kommen in ihrer täglichen gewaltsamen Durchführung durch Institutionen der BRD einer Euthanasie auf Raten gleich.

Und der Geldhaber, auf dessen vampiristische und mörderische Tätigkeit das alles zurückgeht, hat sich jetzt mal eben seine Bewährung auf dem Justizmarkt eingekauft. Schön, dass ich auch noch das unübersehbare Ende des letzten bisschen „für alle gleichen Rechts“ in der Bimbes-Republik Deutschland erleben darf, vielleicht hätte ich sonst noch ein paar Illusionen gehabt.

Ich durfte übrigens – in diesem Zusammenhang ebenfalls eine sehr interessante Gegenüberstellung – auch vor ein paar Wochen erleben, wie ein 26jähriger arbeitsloser Jugendlicher ohne die Spur einer persönlichen Aussicht von einem Amtsgericht in der BRD zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, nachdem er das vierte Mal hintereinander beim „Schwarzfahren“ erwischt wurde. Er ist übrigens „schwarz gefahren“, damit er sich gemäß den Auflagen der Bundesagentur für Armut und moderne Fronarbeit bewerben konnte – und er sah es nicht ein, dafür zu fasten. So leicht kommt man in der BRD in den Knast, wenn man kein Geld hat.

Die einsitzenden Freiheitskämpfer der RAF kommen mir trotz aller ihrer Mordtaten harmlos und in ihrer Motivation geradezu ehrenhaft vor, wenn ich sie mit jenem Abschaum vergleiche, der gegenwärtig in der BRD P’litik macht. Warum ihre Taten als unsühnbar schlimm erachtet werden? Warum die ganze Macht der Springer-Presse verhindern will, dass diese Freiheitskämpfer nach dreißig Jahren Sühne im Gefängnis noch einmal unvergitterte Luft atmen können? Weil diese Freiheitskämpfer ein paar Arschlöcher aus der p’litischen Kaste totgemacht haben, deren Tun sich damals schon gegen die gesamte Bevölkerung und das Leben an sich richtete. Das ist eben „etwas anderes“, schließlich haben in der BRD nicht alle Menschen das gleiche Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Dass es sich bei den Freiheitskämpfern aus der RAF überwiegend um durchgeknallte Bürgersöhnchen und -töchterchen gehandelt hat, dass das Tun dieser Menschen auf seine Art auch sehr fragwürdig war, das ist mir völlig bewusst. Aber dass die heutigen p’litischen Verbrecher ihre gierigen Taten begehen können, ohne dass sie dabei auch nur ein bisschen Angst um ihren eigenen Arsch bekommen müssen, das lässt es inzwischen auch mir in der Maschinenpistole jucken. Im Gegensatz zu den parareligiösen Träumern vom Sozialismus brauche ich dafür nicht einmal eine Ideologie. Ich habe genug davon, was ich jeden Tag erlebe; und ich habe nichts weiter zu verlieren als meine Ketten und meine Angst.

Eine Frage bleibt noch, und diese ist gar nicht unwichtig. Wieso sind die Menschen in der BRD so sehr geneigt, diese Zustände hinzunehmen? Die Antwort, die ich darauf habe, ist eine nur vorläufige – ich muss einräumen, dass ich es nicht weiß. Ich glaube, dass sich Menschen unter Angst und bedrohten persönlichen Umständen einrichten und mit dem jeweiligen Gewalttäter identifizieren, und ich sehe, dass dieses Muster auch gut in die finsteren Teile der deutschen Geschichte passt.

Und allein das ist, wenn es auch nur ein bisschen an der Wahrheit kratzt, ein guter Grund, sich nicht länger wie ein Schaf zur Schlachtbank führen zu lassen. Wir, die Verlierer des gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesses, wir brauchen keine neue p’litische Ideologie (mit einer wirklichen Demokratie wäre auch ich für’s erste gut bedient, nicht aber mit der gegenwärtigen Diktatur jener wirtschaftlich gebundenen Geflechte, die man „Parteien“ nennt), sondern wir brauchen Waffen und ein klares Bewusstsein dafür, dass dieser Kampf kein Selbstzweck ist und nicht von uns begonnen wurde. Ideologie und Religion ist etwas für die Satten und Gelangweilten auf ihrer verzweifelten Sinnsuche, deshalb sind die etablierten Institutionen der Ideologie und Religion auch immer so offen für die Geldhaber und ihre Speichellecker und so verschlossen für jene, die nichts mehr zu verlieren haben.

Es ist viel zu tun. Packen wirs an! Zur Hölle mit denen, die den Menschen das Leben zur Hölle machen!

10 Kommentare

  1. Zur Hölle mit denen, die den Menschen das Leben zur Hölle machen!

    Das sollte man über das zu errichtende Schafott schreiben!

    Gruß

    Alex

  2. „Freiheitskämpfer der RAF“ 😉

  3. „durchgeknallte Bürgersöhnchen und -töchterchen“ sind in der Tat oftmals gefährlicher für die herrschende Kaste als die Opfer des Systems. Sie haben keine Sorge um ihr Auskommen, sie wählen den Kampf, der Arme hat keine Wahl, er muss sich im System bewegen und beinahe täglich um sein finanzielles und teilweise sogar (wie Du eindringlich geschildert hast) um sein körperliches Leben kämpfen…

    Super Artikel!

  4. […] Wut! This entry is filed under Palaver(t) , Satire(t) , Politik(t) , Fundstück(t) , Nachtreten(t) , Vorsorge(t) , Visionen(t) , Lebenshilfe(t) , Krieg(t) . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site. Leave a Reply […]

  5. Dem ist nichts hinzu zu fügen. Ausser, daß es nicht nur in Deutschland so funktioniert und im Vergleich zu anderen Ländern noch immer ein Honiglecken ist. In meinem „Heimatland“, dass ich nicht wirklich habe, ist es um keinen Deut besser und auf dem Planeten der Gier und Machtgeilheit schon gar nicht. Also bleibt dem „Kleinen“ sowieso nur eine Möglichkeit, das „Beste“ daraus zu machen. Ich für meinen Teil sage mir schon lange: „Leckt mich am Arsch, ich mache MEIN Ding“.

  6. Zu lahnix:

    Das Wort „Freiheitskämpfer der RAF“ habe ich sehr bewusst gewählt. In meinem ersten Entwurf (ja, ich denke manchmal beim Schreiben nach und habe Entwürfe) stand noch das Wort „Terroristen“. Ich spürte nur einen sehr großen Unwillen, dieses Wort in einem solchen Text zu verwenden, und ich konnte diesen Unwillen zunächst gar nicht verbalisieren.

    Erst nach einigem Nachdenken wurde mir klar, dass die Worte „Terrorist“ und „Terror“ völlig unangemessen sind. Im heutigen P’litikbetrieb sind dies bedeutungsleere Kampfworte geworden, die „Terroristen“ sind dabei immer die anderen, die jeweils zu Bekämpfenden – im Zweifelsfall mit der gleichen Gewalt, die zu bekämpfen vorgegeben wird. Aber auch im eigentlichen Bedeutungsgehalt dieser Worte sind die Worte nicht zutreffend. Es handelt sich nicht um Menschen, die in ihrer Zeit allgemeine Angst und allgemeinen Schrecken ausgebreitet haben – die Verbreitung allgemeiner Angst und allgemeinen Schreckens in dieser Zeit oblag der Springer-Journallie, die sich jetzt übrigens im Form der seriös angestrichenen „Welt“ gegen die mögliche Begnadigung stark macht.

    Auch andere mögliche Begriffe wollten beim besten Willen nicht passen. Es waren keine „Partisanen“, und es war auch keine „Guerilla“. Das Wort „Freiheitskämpfer“ verblieb als einziges noch zutreffendes Wort, wobei der seitens der RAF gebrauchte Freiheitsbegriff durchaus nicht dem meinigen entspricht.

    Dass ich mir bei einigen Äußerungen gerade von Christian Klar gar nicht sicher bin, ob seine Affinität zur Gewalt sich nicht auch andere Kanäle gebrochen hätte, wenn es keine RAF gegeben hätte, ist ebenfalls eine ganz andere Sache. So, wie sich die Dinge entwickelt haben, ist Christian Klar zu einem Freiheitskämpfer geworden, obwohl er gewiss auch eine Persönlichkeit war, die es zu hinterfragen gilt.

  7. Das Problem der hündischen Unterwürfigkeit war in Deutschland schon immer sehr stark ausgeprägt. Eine allgemeingültige Antwort, warum dem so ist, habe ich auch nicht anzubieten, dennoch erkennt man, wenn man die deutsche Geschichte erforscht, das gerade in diesem Land schon immer etwas faul war. Der Nationalsozialismus ist da nur ein Beispiel, denn wenn man sich mal über das Mittelalter informiert und sich ein paar Diagramme bezüglich der Hexenverfolgung ansieht, ist es überwältigend, das Deutschland auch hier die höchste Rate an Morden (25.000 !) zu verzeichnen hat. Es scheint mir, als hätten die Deutschen die ihnen, vor allem durch den ganzen religiösen Wahnsinn, gewaltsam eingebleute Autoritätshöhrigkeit und Angst tatsächlich genetisch weitervererbt. Es ist somit kein Wunder das sich gleichsam vernichtende Einstellungen auch so passabel im heutigen deutschen Regierungswesen widerspiegeln.

    Wenn ich jetzt beim Thema Inquisition bleibe, so kann ich auch hier noch etwas erkennen, das wieder ein anderes Licht auf die Konditionsversuche der Propagandapresse scheinen lässt (es wurde schon besprochen aber es erscheint mir einfach zu wichtig, deswegen spreche ich es nochmal an): Die Behauptung, das Ballerspiele oder irgendwelche Was-Weiß-Ich-Darstellungen alleine der Auslöser für eben dieses Verhalten seien, ist ganz einfach falsch. Bekamen die kranken Hirne der Inquisition ihre Ideen zu Foltermethoden etwa durch das Spielen eines Taktik-Shooters wie etwa Counter-Strike? Unter diesem Vorwand, und nicht selten mit einem Hauch von obskur-religiöser Legitimierung, soll lediglich noch mehr Zensur, meistens in Form sog. „Sch(m)utz“-Gesetzen, durchgesetzt werden um die Leute noch effizienter dumm und unmündig halten zu können.

    Es wird gelogen wo es nur geht. Die Bürger fordern von „ihrer“ unvollkommenen Regierung Vollkommenheit und die Regierung fordert im Gegenzug das die Bürger die BRD-Version der Vollkommenheit leben sollen.

  8. Ich vermute, die Menschen nehmen die Situation hin, weil sie über Jahre hinweg scheibchenweise herbeigeführt wurde. Wäre alles auf einmal geschehen, hätte das wohl zu einer Revolution geführt. Wahrscheinlich war man sich dessen stets bewußt.

  9. @Elias: Mir war schon klar aus welchem Grund das so geschrieben stand.

    Ich/wir danken dir für das ausführliche Statement!

  10. ich bin sehr froh diesen blog gefunden zu haben. Es inspiriert mich, endlich mal auch ein blog einzurichten, schon um dich im Blogroll verlinken zu können. Danke für deinen Mut und deine unverblümte Darstellungen von Dingen die anscheinen nur sehr wenige Leute so sehen. Ich habe in meinem Umfeld -unter anderem bei recht alternativen Menschen- dieses Thema öfter schon angesprochen und zwar mit derselben argumentation die du angebracht hast. auch ich kenne Menschen die sich aufgrund von schulden und/oder Arbeitslosigkeit das Leben genommen haben, auch ich kann nicht verstehen wie es sein kann, das die 2malige Erschleichung von Dienstleistungen (Schwarzfahren) bei fehlenden Geldmitteln zu haftstraffen führen kann während Wirtschaftskriminelle grinsend in den Gerichtssaal gehen und stets ohne straffe wieder rauskommen. Für mich waren die RAF nicht nur Freiheitskämpfer sondern auch ein Kontrollorgan. Das RAF-Insasen mit Genickschüssen hingerichtet wurden interessiert niemanden, das Schleier ein Nazi war der für seine Taatten nie hat büßen müssen steht auch nirgends zur Debatte, aber mit dem Fahrer des gesprengten Wagens, ja da haben die Leute Mitleid und verurteilen die Freiheitskämpfer zu Lebenslanger haft bzw. Todesstraffe durch Genickschuss. Ich könnte ebenfalls kotzen und das nicht zu wenig.
    Mach weiter so! Es ist erfrischend eine so nah an meine Meinung angelegte Seite zu finden. Danke!


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