6 Jahre sind 10 Jahre

In Großbritannien gibt allerlei seltsame Erscheinungen. Es gibt Seeungeheuer, uralte Monumente aus Stein, Kornkreise, Unmengen von Häusern mit Spukerscheinungen und mieses Essen — es ist schon zum Gruseln. Der Ärmelkanal ist eine seltsame Grenze, und auf den Inseln jenseits des Kanales wirkt vieles wie die vertraute, europäische Kultur, aber man begegnet doch immer wieder Erscheinungen, die einen sehr befremdlichen Eindruck hinterlassen.

Zum Beispiel die Stromversorgung. Die Stecker sehen für unsere Augen sehr seltsam aus, aber im Netz sind die hier überall vertrauten ca. 230 Volt Wechselstrom mit ener Frequenz von 50 Hertz, also nichts anderes, als man auch in der BRD finden würde. Und trotzdem kommt es zu einer bemerkenswerten Spukerscheinung beim britischen Strom: Überall auf dem Kontinent halten die Osram-Energiesparlampen der gehobenen Preisklasse zehn Jahre lang, nur auf der Insel ist von sechs Jahren die Rede. Oder erklärt sich auch dieser Spuk mal wieder als Ergebnis eines fröhlichen Schwindels, in diesem Fall als Schwindel über die wirkliche Lebensdauer der Leuchtmittel, die ja jetzt — wegen des Klimas natürlich — überall in Europa zwangsweise die olle Glühlampe ablösen werden?

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…

3 Kommentare

  1. Ich habe, was die eigentliche Thematik angeht keine Antwort und halt das auch für wenig relevant. So funktioniert Kapitalismus halt.

    Was ich aber ätzend finde, dass der Artikel suggeriert, dass Großbrittanien irgendwie weniger frotschrittlich, offen, emanzipatorisch als Kontinentaleuropa sei. Klar: Was big brother-Allüren angeht kommen da schon setlsame Dinge vor.

    Aber man sollte auch nicht vergessen, dass in Deutschland Antisemiten als “Friedendemonstranten” dafür bejubelt werden im Bezug auf den Nah-Ost-Konflikt “Jude verrecke” zu brüllen, dass deutsche Küche noch schlechter ist und dass mensch in Deutschland verpflichtet ist zu melden wo er oder sie wohnt, während dies in England unbekannt ist.

  2. @ nelty

    Wow!

    Echt gutes Beispiel. Das Empire hier so anzuführen. Danke für diesen Blickpunkt, der so tief einblicken lässt, in Deine real existierende Welt, der mir bisher verschlossen blieb. Toll gemacht nelty. Und in Deine Sicht der Funktionsweise der Welt. Wirklich toll, nelty. Klasse, Du hast mir jetzt die Augen geöfnet.

    Scheiß Englischsprachler. Langsam vermute ich, die ganze Scheiße hängt mit dieser verfluchten Weltsprache zusammen. Wie man den Mist lernt, weiß ich leider. Aber wie wird man den wieder los, wenn er einmal Besitz vom eigenen Gehirn und dem Bewußtsein genommen hat? Hätte sich Esperanto seinerseits durchgesetzt, hätte ich das Problem vermutlich nicht mehr. Und die Welt auch nicht.

    Scheiß Englisch!

  3. Wer über Glühbirnen zu Demonstrationen und Antisemitismus-Geschwurbel kommt, muss schon einen mächtigen Knoten aus Dünnpfiff anstelle des Gehirns im Kopf haben – Glückwunsch!


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